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Solingen
Gymnasial-Rektoren für Rückkehr zu G 9

Solingen: Gymnasial-Rektoren für Rückkehr zu G 9
Schüler laufen durch ein Klassenzimmer (Symbolfoto). FOTO: dpa, awe mov lof
Solingen. In einem Schreiben an die Eltern der heutigen Viertklässler empfehlen die Schulleiter der vier Solinger Gymnasien, das Abitur nach neun Jahren für alle Kinder, die ab 2018 aufs Gymnasium gehen, geschlossen wieder einzuführen. Von Martin Oberpriller

Kinder, die ab nächstem Jahr von der Grundschule auf ein Solinger Gymnasium wechseln, werden aller Voraussicht nach erst wieder nach neun Jahren ihr Abitur machen. Das ist zumindest das Ziel der Schulleiter aller vier Gymnasien in der Klingenstadt, die sich aus diesem Grund jetzt in einem Brief an die Eltern der augenblicklichen Viertklässler gewandt haben. Darin sprechen sich die Rektoren für eine Rückkehr zum G 9 bereits ab dem Anmeldejahrgang 2018 aus.

"Uns ist es dabei wichtig, ein Signal der Sicherheit für die Eltern zu setzen", begründete der Sprecher der Solinger Gymnasial-Rektoren, Ulrich Nachtkamp, gestern diesen Schritt. Zwar bliebe zunächst noch das entsprechende, für Frühjahr 2018 erwartete Gesetz der neuen CDU/FDP-Landesregierung abzuwarten, die das G 9 wieder zum Regelfall machen will. Und zudem sei unter bestimmten Bedingungen sogar ein Beibehalten von G 8 an einzelnen Schulen denkbar, betonte der Leiter des Gymnasiums Schwertstraße im Gespräch mit unserer Redaktion.

Allerdings halten die Schulleiter in der Klingenstadt die letzgenannte Variante unter den zukünftigen Rahmensetzungen weder für wünschenswert, noch für realistisch. Denn zum einen sei es sinnvoll, in Solingen eine einheitliche gymnasiale Landschaft anzubieten, unterstrich Ulrich Nachtkamp, der in diesem Zusammenhang auf Schüler verwies, die im Laufe ihrer Schulkarriere das Gymnasium wechseln wollten. Zum anderen sehe der Gesetzgeber für ein Festhalten am Abitur nach acht Jahren aber auch hohe Hürden vor. So könne eine Schule nur dann bei G 8 bleiben, wenn die jeweilige Schulkonferenz zuvor mit einer Mehrheit von über zwei Dritteln für diese Option gestimmt habe.

Nach allgemeinem Dafürhalten und heutigem Stand gilt ein solches Votum in einer der Solinger Schulkonferenzen, die sich zu je einem Drittel aus Eltern-, Schüler- und Lehrervertretern zusammensetzen, indes als eher unwahrscheinlich. Weswegen die Schulleiter mit dem Brief an die Erziehungsberichtigten der derzeitigen Viertklässler nun vor allem eines schaffen wollen: Klarheit.

Tatsächlich ist die Verwirrung bei manchen Eltern momentan groß. Beispielsweise herrscht bei Müttern und Vätern von Grundschülern oftmals Unkenntnis darüber, ab wann die neue Regelung in Kraft tritt. Auch darüber informiert das Schreiben der Rektoren. Sie verweisen darauf, dass der bisher diskutierte Zeitplan eine Rückkehr zum Abi nach neun Jahren mit Beginn des Schuljahres 2019/20 vorsieht, der dann den Anmeldejahrgang 2018 - gleichsam rückwirkend - miteinbeziehen würde.

Parallel betonte Schulleiter-Sprecher Nachtkamp am Montag, mit der Präferenz für G 9 unter den neuen Bedingungen sei keineswegs ein negatives Urteil über G 8 verbunden. So habe dieses Modell für einige Schüler in den zurückliegenden Jahren durchaus Vorteile gezeitigt, sagte der Rektor des Gymnasiums Schwertstraße, der dementsprechend die Möglichkeit hervorhob, auch in Zukunft mit Hilfe des Überspringens einer Klasse das Abitur schon nach acht Jahren ablegen zu können.

Lob für die Initiative der Schulleiter kam derweil von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Solingen. Mit ihrer "gemeinsamen Haltung zur zukünftigen Schulzeit" an den Gymnasien verhinderten die Rektoren Monika Schneider (August-Dicke-Schule), Stephan Mertens (Gymnasium Vogelsang), Marco Voigt (Humboldtgymnasium) und eben Ulrich Nachtkamp (Schwertstraße) eine "weitere Zersplitterung unserer Schullandschaft", sagte Georg Mergard aus der Fachgruppe Gymnasium der GEW.

Quelle: RP
 
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