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Solingen
Haana S: Angeklagte schweigen

Solingen. Das Befangenheitsgesuch im Fall Hanaa S. gegen die Kammer des Landgerichts Wuppertal hat den Mordprozess der seit April 2015 verschwundenen Solingerin nur kurzfristig ins Stocken gebracht. Gestern ist das Verfahren mit dem dritten Verhandlungstag fortgesetzt worden, nachdem dieser am Montag aufgehoben worden war.

Der Befangenheitsantrag wurde als unbegründet zurückgewiesen. Die Vertreter hätten keinen Grund zur Besorgnis der Befangenheit gesehen, erklärte Presserichter Johannes Pinnel gegenüber unserer Redaktion. Mehrere Zeugen sind am Mittwoch vernommen worden, darunter zwei Polizeibeamte. Zudem wurden von der Kammer Fotos in Augenschein genommen sowie Urkunden verlesen. Schwierig dürfte es gleichwohl werden, den Mord an Hanaa S. aufzuklären. Denn die Leiche der Irakerin ist bis heute nicht gefunden. Die Tatverdächtigen - darunter ihr Ehemann und ihr heute 18-jähriger Sohn - haben sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auch gestern blieben sie im Verhandlungssaal bei ihrem Schweigen. Sie hätten sich weiterhin nicht zur Sache eingelassen, hieß es.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft fassten der Ehemann, dessen Schwester, zwei seiner Brüder und ihr eigener Sohn gemeinsam den Entschluss, die 35-Jährige zu töten, um die Familienehre wieder herzustellen. Hanaa S. hatte sich von ihrem Ehemann getrennt.

Der Prozess wird heute sowie am Montag, 11. Juli, jeweils 9 Uhr, fortgesetzt. Knapp 50 Verhandlungstage sind terminiert.

(tws)
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