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Interview Dirk Rüb Und Rudolf Jacobs
Händler und Vereine mit einbinden

Solingen. Gemüsehändler Dirk Rüb und Metzgermeister Rudolf Jacobs von der Unternehmergesellschaft (UG) Wochenmärkte sprechen über Sonderaktionen, Kritiker und den Wunsch nach neuen Händlern.

Vor acht Monaten übernahm ihre Unternehmergesellschaft die Solinger Wochenmärkte in Mitte, Wald und Ohligs. Welche Pläne konnten Sie bislang verwirklichen?

Rüb In Anbetracht der kurzen Zeit haben wir schon allerhand erreicht. Es gab verschiedene Programmpunkte, wie zum Beispiel die Spargelschälaktion mit dem Club der Köche. Dabei konnten sich die Kunden den frisch gekauften Spargel gegen eine Spende für das Kinderhospiz Burgholz schälen lassen. Wir hatten außerdem die Oldtimerfreunde der Feuerwehr, das Palliative Hospiz und den Schlaganfallbus zu Gast und haben Einkaufskörbe verlost. In Planung ist zudem ein Afrika-Tag. Auf unserer Homepage erfahren die Kunden viel über Märkte, Veranstaltungen und Händler.

Welche Entwicklung gibt es bei den Standgebühren?

Rüb Bevor wir den Markt übernahmen, hieß es von der Stadt, dass die Gebühren zum 1. Januar um 80 Prozent erhöht werden müssten. Unser Ziel hingegen war es, im ersten Halbjahr die Gebühren zu halten. Eine Erhöhung ist auch weiterhin nicht in Sicht. Genauso musste kein Händler den Markt verlassen oder wurde in seinem Sortiment oder in der Standgröße eingeschränkt.

Zu Beginn ihres Engagements gab es aber auch Kritik. Andere Händler befürchteten, nicht mitreden zu können.

Rüb Es gab einen Händler, der sich massiv gegen uns gestellt und inzwischen den Markt verlassen hat. Inzwischen haben wir viele Rückmeldungen, dass es besser laufe als vorher unter Führung der Stadt. Und unter denen, die unsere Leistung anerkennen, sind auch frühere Kritiker.

Jacobs Wenn man versucht, etwas zu bewegen, gibt es oft erst einmal Kritik. Wir nehmen immer Vorschläge der Händler an: In Wald zum Beispiel schlug ein Kollege vor, die Anordnung der Stände zu verändern, um einen besseren optischen Eindruck zu bekommen. Schnell waren sich alle einig, dass es eine super Lösung war und so wurde es dann auch gemacht.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Stadt und Vereinen?

Jacobs Wir führen viele Gespräche, zum Beispiel mit der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft, die unsere Brezel-Aktion mit bewirbt. Ich bin im Vorstand des Werbe- und Interessenring Innenstadt und wir arbeiten mit dem Innenstadtbüro zusammen.

Rüb Auf den Märkten besuchen uns regelmäßig Bezirksvertreter und Ratsmitglieder. Sehr partnerschaftlich haben wir zudem mit den Veranstaltern der Walder Theatertage und der Sommerparty Echt.Scharf.Solingen zusammengearbeitet.

Wie steht es um die künftige Belegung der Wochenmärkte? In Ohligs etwa äußerten Kunden den Wunsch nach mehr Ständen - gerade angesichts des derzeit fehlenden Lebensmittel-Vollsortimenters am Markt.

Rüb Tatsächlich müssen wir zugeben, dass wir es uns ein wenig leichter vorgestellt haben, neue Händler zu akquirieren. Da fehlt insgesamt auch die Jugend. Dennoch arbeiten wir ständig daran, neue Händler auf unsere Wochenmärkte zu bringen.

Jacobs Für Ohligs haben wir zum Beispiel die Zusage eines Fischgeschäfts für Ende September. Dafür sind wir durch halb NRW gefahren. Schon zum 1. Januar hatten wir bereits einen neuen Käsehändler für den Markt in der Stadtmitte gewonnen.

Rüb Außerdem bemühen wir uns zurzeit um einen Olivenhändler für den Neumarkt und haben dort eventuell bald einen zweiten Bäcker.

Was steht in den nächsten Wochen an?

Jacobs Das nächste große Projekt ist der Burger Brezeltag auf dem Ohligser Markt am 5. September von 9 bis 13 Uhr. Damit wollen wir diese regionale Spezialität den Bürgern näher bringen. Die Brezel werden auch auf dem Markt selbst gebacken. Außerdem werden die wir Bilder eines Malwettbewerbs für Schulkinder bis 15 Jahre ausstellen und prämieren. Gewinnen können die Teilnehmer einen Ausflug nach Burg für die Familie mit Seilbahnfahrt, Burgbesuch und Kaffeetafel.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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