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Solingen
Hallenbad Vogelsang auf dem Prüfstand

Solingen: Hallenbad Vogelsang auf dem Prüfstand
Mehr als 100 000 Badegäste kamen im vergangenen Jahr im Hallenbad Vogelsang. FOTO: Martin Kempner (Archiv)
Solingen. Der Sportausschuss diskutiert in seiner Sitzung am 19. August mögliche Varianten für die Sanierung des Hallenbades an der Focher Straße. Von Uwe Vetter

Abwarten und gar nichts machen - das ist für den Vorsitzenden des Sportausschusses mit Blick auf das Hallenbad Vogelsang keine Lösung. Ernst Lauterjung (SPD) muss indes wie die anderen Sportpolitiker den 19. August zunächst abwarten. Dann tagt der Sportausschuss und der erwartet von der Bädergesellschaft für diese Sitzung mögliche Varianten, wie das Hallenbad an der Focher Straße auf Dauer für das öffentliche Schwimmen erhalten werden kann. "Letztlich hängt alles an der Finanzierung. Wenn ein Neubau nur geringfügig mehr kostet als eine Generalsanierung, dann muss man schauen, welcher Weg eingeschlagen wird", sagt Lauterjung im Vorfeld der Sportausschuss-Sitzung.

Allein über die Sportpauschale wäre aber eine Sanierung des Hallenbades oder eventuell ein Neubau nicht zu stemmen. "Wir müssen sehen, ob auch die Betriebskosten gesenkt werden können", meint der Vorsitzende des Sportausschusses, der insgesamt eine "schwierige Situation" ausmacht.

Kurz vor dem Verkauf steht das Hallenbad Ohligs. FOTO: Martin Kempner

Vier Varianten fürs Hallenbad Vogelsang werden derzeit von Gutachtern untersucht. Eine Sanierung nach ursprünglichem Konzept (Kosten damals 2,8 Millionen Euro), eine Teilsanierung (5,5 Millionen Euro), eine Kernsanierung mit Rückbau bis zum Rohbau und ein Neubau. Für letztere beide Varianten liegen noch keine konkreten Kostenangaben vor. "Das hängt davon ab, was die Gutachter ermitteln", sagt Thomas Wolthoff, Geschäftsführer der Bädergesellschaft.

Der sieht die Gutachter vom beauftragten Planungsbüro "derzeit fleißig bei der Arbeit. Das läuft gut", sagt Wolthoff und geht davon aus, dass in der Sitzung des Sportauschusses am 19. August auch Ergebnisse präsentiert werden können. Dann müsse abgewartet werden, wie die Politik damit umgehe.

Klar ist aber, dass das Hallenbad Vogelsang für das öffentliche Schwimmen gebraucht wird, obwohl der Ende September 2014 eingebrachte Haushaltsentwurf noch die Schließung des Bades vorsah. Mit der Verabschiedung des Sparpaketes Anfang Dezember wurde jedoch der Beschluss gefasst, das Bad für die Öffentlichkeit zu erhalten. Denn im Klingenbad mit seinem 50 Meter- und 25-Meterbecken konzentriert sich das Schul- und Vereinsschwimmen. "Das Bad ist zu 100 Prozent ausgelastet", sagt Thomas Wolthoff.

Gut angenommen von den Solingern wurde im vergangenen Jahr das Hallenbad Vogelsang: 104 071 Gäste zählte die Bädergesellschaft 2014. Im Vorjahr zuvor waren es 90 326 Besucher, 2012 kamen lediglich 88 369 Schwimmer. Der typische Gast im Hallenbad Vogelsang, so das Ergebnis einer Besucherbefragung der Bädergesellschaft zu Beginn dieses Jahres, ist älter als 50, kommt für ein bis zwei Stunden, um seine Bahnen zu ziehen oder sich mit Wassergymnastik fit zu halten, und ist mit den Öffnungszeiten zufrieden. Knapp 1240 Gäste des Hallenbades hatten sich an der Befragung beteiligt.

Derweil beim Hallenbad Vogelsang noch alles im Fluss ist, laufen die Bemühungen der Stadt, die seit Jahren geschlossenen Hallenbäder an der Sauerbrey- und der Birkerstraße zu verkaufen, auf die Zielgeraden ein. Voraussichtlich im August werden entsprechende Verträge unterzeichnet, heißt es vonseiten der Stadt, die mit einem Immobilien-Entwickler einen Optionsvertrag geschlossen hat. Hier handelt es sich um ein Unternehmen aus dem Kölner Raum mit guten Referenzen, das in NRW schon einmal ein altes, seit vielen Jahren brachliegendes Hallenbad erfolgreich vermarktet hat.

Klar ist aber: Der Schwimmbetrieb dürfte weder an der Birker-, noch an der Sauerbreystraße wieder aufleben. Für einen Investor lässt sich das wirtschaftlich nicht darstellen.

Quelle: RP
 
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