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Lange vermisste Frau aus Solingen
Hanaa S. wurde vermutlich erdrosselt

Hanaa S. - Mordprozess in Wuppertal
Hanaa S. - Mordprozess in Wuppertal FOTO: dpa, bt lof
Im Prozess um die vor mehr als zwei Jahren verschwundene Solingerin Hanaa S. hat der Rechtsmediziner ausgesagt, der die Leiche der Frau obduzierte. Sie war in einen Teppich gewickelt und mit Panzertape verklebt. Von Sebastian Fuhrmann, Wuppertal

Wie starb Hanaa S.? Diese Frage konnte Rechtsmediziner Dr. Felix Mayer am Donnerstag vor dem Wuppertaler Landgericht nicht eindeutig beantworten. "Aufgrund der Befunde liegt der Verdacht nahe, dass der Tod durch Strangulation eingetreten ist", erklärte der Mediziner. Eine andere Todesursache könne er aber nicht mit Sicherheit ausschließen. Die Leiche sei bei ihrem Fund in einem zu schlechten Zustand gewesen.

Die damals 35-jährige mehrfache Mutter Hanaa S. war im April 2015 spurlos verschwunden. Seit gut einem Jahr stehen fünf Verwandte der Frau, unter anderem der Ehemann und ein gemeinsamer Sohn, wegen Mordes vor Gericht. Einer der Angeklagten hatte die Ermittler vor einigen Wochen zu einer Leiche in Baden-Württemberg geführt. Bei dem Leichnam handelt es sich nach Informationen unserer Redaktion um Hanaa S.  Offiziell ist das noch nicht zu hundert Prozent bestätigt. 

Spanngurt lag um den Hals der Toten

Rechtsmediziner Mayer stellte am Donnerstag am Landgericht das Ergebnis der Obduktion der Frauenleiche vor. Dabei wurden neue Details bekannt. Der Körper war in einen Teppich eingewickelt, der mehrfach mit Panzertape umbunden war. Auch die Beine der Leiche waren im Bereich der Sprunggelenke mit Klebeband umwickelt. Um den Hals des "eindeutig weiblichen Körpers" war den Angaben zufolge ein Gummispanngurt gewickelt. Eine Computer-Tomographie wies Verletzungen im Halsbereich nach, unter anderem einen gebrochenen Knorpel. "Bei der Obduktion fiel außerdem eine auffällige Weste auf, mit einer Kapuze mit Ohr-Applikationen", sagte Mayer.

Nach Angaben des Rechtsmediziners wurde bei der Leiche ein Autoschlüssel gefunden. Er habe wohl in der Hand der Frau gelegen, sagte Mayer. Die Hand, in der sich der Schlüssel befand, war nach Angaben des Mediziners zur Faust geballt. Der Prozess soll am Montag fortgesetzt werden. Dann soll eine Sachverständige das Ergebnis eines zahnmedizinischen Gutachtens vorstellen. Das Gutachten könnte zweifelsfrei beweisen, dass es sich bei der Leiche um Hanaa S. handelt. 

 
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