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Solingen
Handwerk profitiert von Wohnbau-Programm

Solingen: Handwerk profitiert von Wohnbau-Programm
Neue Wohnungen baut derzeit der Beamtenwohnungsbauverein an der Bismarckstraße. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Kreishandwerksmeister Arnd Krüger sieht im Projekt "Wohnraum für Solingen" eine kleines Konjunkturprogramm. Von Uwe Vetter

Da kommt Freude bei Kreishandwerksmeister Arnd Krüger auf. Denn der Chef der seit Jahresbeginn fusionierten Kreishandwerkerschaften von Solingen und Wuppertal sieht in dem Sonderkreditprogramm der Stadt-Sparkasse mit einem Volumen von 20 Millionen Euro - Zinssatz 0,79 Prozent für zehn Jahre - und gleichzeitigen Fördermitteln von 15 Millionen Euro vom Land für den sozialen Wohnungsbau eine große Chance, dass das örtliche und das bergische Handwerk davon profitieren können. "Das sichert Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen", sagt Arnd Krüger.

Kommenden Sonntag, bei der 48. Immobilien-Ausstellung in der Hauptstelle der Stadt-Sparkasse Solingen, wird über die Fördermittel sowie das Sonderkreditprogramm informiert. "Solingen entwickelt sich zu einer prosperierenden Stadt und investiert in die Zukunft. Dadurch hat auch das Handwerk sein Auskommen", sagt der Kreishandwerksmeister.

Krüger lobt die Stadtspitze um Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter und das Kreditinstitut für die Wohnraum-Initiative im Volumen von zusammen 35 Millionen Euro. "Das wird einen Ruck auslösen und insbesondere den Wohnstandort Solingen aufwerten", meint der Chef der Handwerker. Vor allem Menschen von der nah gelegenen Rheinschiene, wo bezahlbarer Wohnraum nicht so vorhanden ist wie in der Klingenstadt, könnten durch günstige Angebote animiert werden, nach Solingen zu ziehen.

Ziel des Programms ist es, etwa 160 neue Wohneinheiten umzusetzen. Derzeit sind in Solingen 50 Hektar Fläche baurechtlich gesichert und könnten unmittelbar bebaut werden. "Es geht jetzt auch darum, weitere Flächen für die Wohnbebauung auszuweisen. Hier darf keine Zeit verloren gehen, zumal Planverfahren ihre Zeit brauchen", sagt Kreishandwerksmeister Arnd Krüger. Er fordert Politik und Verwaltung auf, einen Flächenvorrat anzulegen, "um bei Bedarf flexibel reagieren zu können".

An private wie gewerbliche Investoren richtet sich das Sonderkreditprogramm. "Das Programm ist eine optimale Ergänzung zu den kommunalen Fördermöglichkeiten im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus", sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Für den Vorsitzenden des Vorstandes der Stadt-Sparkasse, Stefan Grunwald, ist angesichts des niedrigen Zinsniveaus klar: "Investitionen in Immobilien sind derzeit das einzige, die sich langfristig rentieren." Sollte das Programm gut angenommen werden, könnte die Laufzeit über das Jahresende hinaus auch verlängert werden. Voraussetzung ist aber, dass der neue Wohnraum vermietet und das Projekt im Solinger Stadtgebiet realisiert wird.

Kreishandwerksmeister Arnd Krüger spricht sich darüber hinaus für kleinteilige Losgrößen bei der Vergabe von Bauvorhaben aus. Bei Ausschreibungen für beispielsweise Mehrfamilienhäuser mit sechs bis acht Einheiten könnte das örtliche Handwerk gut mitbieten beziehungsweise sich um die Aufträge bewerben. "Das 35-Millionen-Paket ist schon ein kleines Konjunkturprogramm", sagt Arnd Krüger, "das ist ein sehr positives Signal auch für das Handwerk".

Die Sparkasse selbst wird bei der Immobilien-Ausstellung auch mit Baufinanzierungsspezialisten für unverbindliche Sonderberatungen zur Verfügung stehen. Makler und Bauträger präsentieren jede Menge private und gewerbliche Immobilien im Stadtgebiet.

Quelle: RP
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