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Solingen
Hannelore Kraft eröffnet Integrationskongress

Solingen. 850 Fachleute diskutierten bei der Landesveranstaltung im Theater und Konzerthaus neue Ideen. Von Benjamin Dresen

Durch die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland steht die Integration ganz oben auf der politischen Agenda der Bundesrepublik. Das belegt auch das große Interesse am 7. Integrationskongress des Landes NRW im Theater und Konzerthaus unter dem Titel "Ankommen in NRW". Mit 850 Teilnehmern war die Tagung komplett ausgebucht, es gab über 1000 Anfragen für die Teilnahme. "Mehr Zuwanderungs- und Integrationsexperten gehen an diesem Ort nicht", so NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer. Der Kongress findet seit 2006 in Solingen statt.

Schmeltzer nannte als Aufgabe der Integrationspolitik: "2015 war das Jahr der Unterbringung und Versorgung. Jetzt ist die Zeit des Anpackens. 2016 muss das Jahr der Integration werden." Denn allein 2015 kamen über 300.000 Flüchtlinge nach NRW. Oberbürgermeister Tim Kurzbach betonte, es sei wichtig, nach der kurzfristigen Aufnahme der Flüchtlinge "vom Sprintmodus in den Marathonmodus" zu wechseln. Für ihn bedeutet dies den Bau weiterer Kitas, die Eingliederung von Flüchtlingskindern in die Regelschulen und die Integration der Erwachsenen in den Arbeitsmarkt. Kurzbach richtete als "Mahnung" an die Bundesregierung, die Städte bei diesen Aufgaben zu unterstützen.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erklärte bei der Eröffnung des Kongresses: "Wer unsere Grundwerte und unsere Gesetze achtet, wer auch mit anpackt, wer die Ärmel hochkrempelt, wer sich vor Anstrengung nicht fürchtet - der ist hier am richtigen Platz, der findet hier Heimat, gleich welcher Herkunft und welchen Glaubens er ist." Und sie zeigte sich optimistisch: "Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Zuwanderung unser Land erneut stärker und lebenswerter macht." Kraft forderte ebenfalls vom Bund mehr finanzielle Unterstützung bei der Aufnahme und Betreuung der Flüchtlinge.

Die versammelten 850 Fachleute für Zuwanderung und Integration tauschten in sechs Foren ihre Erfahrungen aus und diskutierten darüber hinaus neue Ideen für Integration und Teilhabe von Flüchtlingen. Dazu zählten etwa Beispiele ehrenamtlichen Engagements, die Teilhabe junger Menschen an Bildung sowie Wertevermittlung oder der Zugang zu Arbeit und Ausbildung.

In einer Talkrunde diskutierte Minister Schmeltzer mit Experten über "aktuelle Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen". Im Erdgeschoss des Theaters präsentierten derweil über 20 Institutionen und Verbände ihre Angebote, mit deren Hilfe die Eingliederung der Menschen in die deutsche Gesellschaft bewerkstelligt werden soll.

Quelle: RP
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