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Solingen
Hausblick bietet guten Aussichten

Solingen. Das Haus an der Wippe in Widdert bietet nicht nur einen wunderschönen Ausblick auf das Wuppertal, sondern auch Räume für aussichtsreiche Projekte. Von Sandra Grünwald

Lange Jahre erschuf die Künstlerin Gerburg Karthausen in diesen Räumen ihre Keramiken. Doch das geräumige Haus, das malerisch oberhalb des Wipperkottens liegt, wurde zu groß für eine einzelne Person, die Arbeit zu viel. So entschloss sich Gerburg Karthausen, das Haus ihrer Nichte Sabine Seeger und deren Ehemann Georg Nocken zu überlassen, um sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren zu können - auf ihre Kreativität. "Ich habe oben ein kleines Atelier und will weiter arbeiten", erklärt die Künstlerin.

Oben, das bedeutet in den Wohnräumen im ersten Stock, wo Gerburg Karthausen lebt. Eine Jahresausstellung strebt sie an. Die Drehscheibe hat bereits ihren Platz gefunden. An Ostern im vergangenen Jahr begannen Sabine Seeger und Georg Nocken damit, die unteren Räume zu sanieren. "Von der Heizung über die Fenster wurde alles auf modernen Stand gebracht", erzählt Sabine Seeger.

Als Tischler konnte Georg Nocken da sehr viel selbst machen. "Dabei war uns wichtig, dass Stil und Atmosphäre des Hauses, dass sein Charakter erhalten blieb", betont Sabine Seeger. Sachlich, hell und freundlich, aber auch funktionell. So können die Tische auseinandergebaut werden, das Licht lässt sich auf unterschiedlichste Weise einsetzen, die Möbel können flexibel gestellt - oder eben völlig herausgenommen werden.

Die Küchengeräte der kleinen Teeküche sind hinter dekorativen Holzplatten versteckt. So sind die beiden Räume für die unterschiedlichsten Veranstaltungen geeignet. "Wir wollten ein Haus mit Atmosphäre für Kunst, Bildung und Kultur", sagt Seeger.

Und weil der Ausblick durch die großen Fenster so beeindruckend ist, ergab sich der Name für dieses kulturelle Zentrum fast von selbst - Hausblick. "Den Namen haben unsere Kinder geprägt", verrät Georg Nocken.

Ein Haus mit schönem Ausblick, und das gleich in mehrfachem Sinn. "Es ist ein Haus mit Ausblick für Arbeit mit Ausblick", erklärt Sabine Seeger. Im Oktober wurde das Zentrum "Hausblick" eingeweiht. Workshops und Tagungen fanden bereits statt. Auch die monatlichen Seminare der "Schärfschule" aus dem Wipperkotten haben im Hausblick eine passende Heimat gefunden. Sabine Seeger, die selbst Dozentin ist, bietet Seminare und Supervisionen an. Für Yogakurse sind die Räume wegen der Fußbodenheizung besonders geeignet. Aber auch für Lesungen, Ausstellungen oder Hauskonzerte. "Die Akustik ist sehr gut", versichert Georg Nocken. Nun wird noch die Terrasse neu gestaltet, so dass auch Gruppensitzungen im Freien möglich sind.

Mit dem Hausblick haben sich Sabine Seeger und Georg Nocken einen Traum erfüllt. "Wir wollten ein Projekt gemeinsam machen", so Seeger. Und Gerburg Karthausen freut sich, dass neben ihren Ausstellungen noch viel Leben in die Räume kommt und, dass das Haus in der Familie bleibt. "Da hab ich wirklich viel Glück gehabt."

Quelle: RP
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