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Solingen
Heide: Kaum noch Chancen für Naturbad

Solingen: Heide: Kaum noch Chancen für Naturbad
Im Heidebad gibt es Investitionsbedarf. Ob ein Naturbad helfen könnte, ist fraglich. FOTO: Köhlen
Solingen. Im Herbst stellt die Bädergesellschaft der Politik eine Untersuchung zur Umwandlung des bestehenden städtischen Bades in ein Naturbad vor. Die Expertise kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem Umweltgründe dagegen sprechen. Von Martin Oberpriller

Es ist ein Traum nicht weniger Bürger in der Klingenstadt. Schon seit etlichen Jahren existieren Pläne, das städtische Heidebad in Ohligs zu einem modernen Naturbad umzubauen. Nach dem Vorbild des Naturfreibades in Mettmann könnte, so die Vorstellung unter anderem der Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) im Stadtrat, auch im Solinger Westen eine Landschaft für Schwimmer entstehen, die einerseits ökologischen Ansprüchen genügt und andererseits das längst veraltete Freibad in der Ohligser Heide mit seinem immer dringlicheren Sanierungsbedarf langfristig sichert.

Doch wie es aussieht, wird die Umwandlung des Heidebades in ein naturnahes Schwimmparadies wohl ein Traum bleiben. Denn nach Informationen unserer Redaktion kommt ein in den zurückliegenden Monaten erstelltes Gutachten der zuständigen Bädergesellschaft Solingen zu dem Schluss, dass sich der Standort Heide nicht für ein Naturbad eignet. So zeige die noch unveröffentlichte Expertise, die der Solinger Politik im vierten Quartal 2017 präsentiert werden soll, gleich eine ganze Reihe von Gründen auf, die gegen eine Umgestaltung sprächen, hieß es am Mittwoch aus Rathauskreisen.

Vorbild Mettmann: In der nördlich von Solingen gelegenen Kreisstadt besteht bereits seit einigen Jahren ein Naturbad. Eine vergleichbare Anlage können sich viele auch in der Ohligser Heide vorstellen. Doch die Aussichten auf einen solchen Umbau des Heidebades stehen eher schlecht. FOTO: Janicki (Archiv)

Offensichtlich führen die Macher der Studie unter anderem Aspekte des Umweltschutzes ins Feld, die einem Naturbad in der Ohligser Heide im Wege stehen. Denn immerhin handelt es sich bei dem ausgedehnten Wald- und Heidegelände westlich von Ohligs um ein Naturschutzgebiet, in dem bauliche Veränderungen nur schwer durchzusetzen sind. Darüber hinaus werden in dem Gutachten aber auch Zweifel an der Finanzierbarkeit des Projekts - etwa in Bezug auf eine notwendige Sonderkreditermächtigung seitens der Bezirksregierung Düsseldorf - formuliert.

Die Geschäftsführerin der Bädergesellschaft, Kirsten Olsen-Buchkremer, wollte sich gestern noch nicht zu den Ergebnissen der Untersuchung äußern. Sie verwies vielmehr auf eine der nächsten Sitzungen des Sportausschusses. "Wir sind augenblicklich dabei, eine entsprechende Vorlage für die Politik zu erarbeiten", sagte die Bäder-Chefin. Und dieses Papier werde dann nach der Fertigstellung entweder im Oktober oder im November den Mitgliedern des Sportausschusses vorgestellt.

Tatsächlich geht die in Rede stehende Expertise auf einen Prüfauftrag an die Verwaltung zurück, der im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für 2017 im Spätherbst vergangenen Jahres auf den Weg gebracht worden war. Vor allem die BfS hatte darauf gedrängt, die Machbarkeit eines Naturbades in der Heide noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen - wobei die Ratsfraktion der BfS in den zurückliegenden Monaten bereits den Versuch unternommen hatte, etwas über den Stand der Prüfung in Erfahrung zu bringen. So erging im Frühsommer beispielsweise seitens der Fraktion eine Einladung an Kirsten Olsen-Buchkremer - die diese jedoch mit dem Verweis darauf, das Gutachten sei noch nicht fertig, ausgeschlagen hatte.

Die BfS hatte stets betont, dass bei einer möglichen Umwandlung des Heidebades in ein Naturbad umweltschutztechnische Bedingungen beachtet werden müssten. So war die BfS schon früher davon ausgegangen, dass der Umbau der bestehenden Anlage einzig innerhalb der Grenzen des heutigen Bades erfolgen solle.

Quelle: RP
 
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