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Solingen
Heimspiel für das Prinzenpaar

Solingen: Heimspiel für das Prinzenpaar
Gute Stimmung herrschte bei der Karnevalssitzung der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs in der Festhalle. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Die Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs 1936 hatte zur großen Karnevalssitzung in die Festhalle eingeladen. Von Ulrike Kohl

Prunkvoll wie immer zog das Solinger Prinzenpaar am Samstagabend in die Ohligser Festhalle ein. Und doch war etwas anders als sonst: Arnd I. und Susanne I. hatten sich nämlich die Ehrengarde der KG Muckemau, die Tanzgarde Klingenstadt Solingen (TKS), ausgeliehen und wurden von den Tänzerinnen und Tänzern in den Saal geleitet.

Arnd I. und Susanne I. hatten in Ohligs ein Heimspiel in doppelter Hinsicht: Beide sind gebürtige Ohligser, beide gehören der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs an. Besonders Susanne freute sich, denn sie erzählte, dass sie einst bei der TKS mit dem Tanzen begonnen habe. Ihr Kindheitsraum sei es immer gewesen, einmal Prinzessin Karneval zu sein. Dieser Wunsch ging jetzt in Erfüllung.

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Joachim Junker, Präsident der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs 1936, hatte zur großen Karnevalssitzung eingeladen, und in der Festhalle blieb kein Platz frei. Das Bühnenbild an sich war schon sehenswert, denn es zeigte den Ohligser Bahnhof von 1910. Die Bühne war geschmückt mit blau-gelben Blumenarrangements. Der Elferrat kam zusammen mit dem ersten Programmpunkt, der Garde Treuer Husar Blau-Gelb Köln. Da passten sogar die Farben zu der gastgebenden Gesellschaft.

Apropos Farben: Der Elferrat präsentierte sich passend zum Bühnenbild in weißen Hemden, blauen Schürzen und roten Mützen mit der Aufschrift "Dienstmann". Nur Junker stach natürlich von seiner Mannschaft ab. Er trug eine dunkelblaue Uniform, und auf seiner Mütze stand "Bahnhofsvorsteher".

Junker begrüßte zahlreiche Gäste, allen voran Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der "vor 88 Tagen seinen Dienst angetreten hat". Der OB bedankte sich, indem er den Elferrat sowie die Begleiter des Prinzenpaares mit seinem Orden schmückte. Dazu musste Bürgermeister Ernst Lauterjung assistieren, und als neue Orden geholt werden mussten, sprintete er los. "So schnell hat er noch nie den 100-Meter-Lauf zurückgelegt", witzelte der Verwaltungschef.

"Die 2 Schlawiner" lieferten sich Wortgefechte, die Musikgruppe "Hätzblatt" brachte Stimmungsmusik und das Publikum zum Schunkeln. Mario Reimer brachte als Bauchredner Heino Udo Lindenberg und "Herrn Schulze" aus Hamburg mit, der ganz schön frech mit dem Publikum redete. Jens Ohle spielte mit dem Feuer und bot schwindelerregende Akrobatik.

Eine ganz große Schau bot die Ruhrgarde aus Mülheim in immer neuer Gruppierung und neuen Kostümen. Wahre Beifallsstürme waren ihr Lob dafür. Doch auch die TKS ließ sich nicht lumpen und hatte noch eine Überraschung parat: Auf Befehl tanzten einige Mitglieder des Elferrates, das Prinzenpaar samt der Hofdamen Petra Welter und Sabine Butz, Adjutant Bernd Hawich und Prinzenführer Peter Welter auf der Bühne. Die beiden Herren, Mitglieder des Elferrates, hatten blitzschnell ihre Dienstmänner-Kleidung gegen den blau-gelben Ornat vertauscht.

Die Tänzer wirkten sehr professionell. Doch was so spontan aussah, war in Wirklichkeit lange eingeübt worden. Dafür verantwortlich war Bernd Steffens, Trainer der TKS.

Quelle: RP
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