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Helmut Weissenbach
"Ich plane für die Bundesliga"

Helmut Weissenbach: "Ich plane für die 1. Bundesliga"
Volleys-Manager Helmut Weissenbach bleibt zuversichtlich. FOTO: Eisenhuth, Gregor
Solingen. Den Volleys-Manager schreckt auch ein möglicher sportlicher Abstieg nicht. Er will das Team in der Volleyball-Bundesliga etablieren. Von Sonja Bick

Die Bergischen Volleys sind mit null Punkten Tabellenletzter der Bundesliga - woran liegt das?

Helmut Weissenbach Wir haben es gegen die Netzhoppers, Bühl, Rottenburg und Herrsching versäumt, trotz langer Dominanz mit der notwendigen Entschlossenheit die Zähler einzufahren. Das ist sicherlich dem späten Start in die Vorbereitung geschuldet. Das Team muss sich jetzt beweisen.

War es richtig, fast ausschließlich ausländische Profis zu holen?

Weissenbach Ja, unbedingt. Mit Johannes Tille konnten wir uns ein großes deutsches Talent sichern. Andere Talente wurden und werden von den Spitzenteams abgegriffen. Der Anteil ausländischer Spieler liegt in der Liga bei 55 Prozent.

Wäre nicht ein Mix aus "Studenten" und "Weltauswahl" möglich gewesen?

Weissenbach Nein, da wir in der Vorsaison die Erfahrung gesammelt haben, dass zwei Trainingseinheiten täglich mit Studenten und Selbstständigen nicht möglich sind. Die Mehrfachbelastung überfordert, die Spieler sind nicht zu 100 Prozent fokussiert und betreiben an ihrem Körper Raubbau.

Ist nach dem Weggang von Toni Mester, Christian Gosmann und Co. die Identifikation mit dem Team auf der Strecke geblieben?

Weissenbach Unser jetziges Team hat schon mehrere Schulveranstaltungen in Solingen und Wuppertal begleitet. Johannes und ich trainieren die jüngsten Talente im Verein. In den letzten sechs Jahren kamen die Spieler eher als Städtetouristen von den umliegenden Unis zum Training. Jetzt sind die Jungs viel präsenter, weil sie hier wohnen.

Zweimal wurde in Solingen, zweimal in Wuppertal gespielt: Im Schnitt haben 475 Zuschauer die Heimspiele besucht.

Weissenbach Mit der Zuschauerresonanz können wir nicht zufrieden sein. Das Westderby gegen Düren litt enorm unter den Schneemassen. Für die Heimspiele im Februar und März hoffen wir auf eine starke Kulisse und darauf, mit einer guten Teamleistung Werbung für den Sport zu machen. Der Verein ist professioneller geworden, etwa was den Trainingsumfang betrifft.

Was muss sich noch ändern, damit die Volleys konkurrenzfähig sind?

Weissenbach Im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesligisten haben wir in den letzten zwei Spielzeiten erst sehr spät mit der Kaderplanung und Vorbereitung begonnen. Alle beteiligten Parteien müssen viel früher ein klares Bekenntnis zur Mission Bundesliga abgeben. Das schafft Planungssicherheit, und die Weichen auf erfolgreiches Arbeiten können früher gestellt werden.

Wurde der Weg von der 2. zur 1. Bundesliga unterschätzt?

Weissenbach Auf keinen Fall. Es stellt sich eher die Frage, wie ein Aufsteiger es schafft, aus wenig schnellstmöglich sehr viel zu machen. Es dreht sich im Leistungssport um Finanzen, eine vernünftige Planstellenstruktur zur Bewältigung aller Aufgaben und um die Standortentwicklung. Die notwendige Qualität auf allen Ebenen zu entwickeln, benötigt einerseits Zeit - etwa drei bis fünf Jahre, um den hohen Ansprüchen der Bundesliga gerecht zu werden - andererseits Geld: Das ermöglicht Qualität auf und neben dem Spielfeld.

Wie sieht es wirtschaftlich aus?

Weissenbach Das Engagement einiger Sponsoren ist gestiegen, und auch neue Sponsoren wurden gewonnen. Allerdings hat der krankheitsbedingte Ausfall meines Kollegen Daniel Mey zu Beginn der Spielzeit uns in einigen Bereichen, wie etwa die wirtschaftliche Basis noch weiter zu stärken, zurückgeworfen. Mit welcher Sponsorenstruktur und Strategie wir in die Zukunft schreiten, wird sich im ersten Quartal 2018 in den Gesprächen mit unseren Förderern in der Bergischen Region zeigen.

Für welche Liga planen Sie?

Weissenbach Ich plane für die Bundesliga und die weitere Standortentwicklung auch im Falle eines sportlichen Abstiegs. Ich gehe davon aus, dass wir bei Erfüllung der notwendigen finanziellen Voraussetzungen auch 2018/2019 in der 1. Liga aufschlagen werden.

Wo stehen die Volleys am Saisonende?

Weissenbach Nicht auf einem Abstiegsplatz, weil wir die notwendige Qualität im Kader entwickeln und unseren Heimvorteil gegen die Teams aus Bühl, Rottenburg, Herrsching und Netzhoppers KW nutzen wollen.

Quelle: RP
 
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