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Solingen
"Hemdsärmelig" mit Weill und Schostakowitsch

Solingen. Philharmonisches Konzert am 25. Oktober im Theater.

"Hemdsärmelig" lautet das Motto des Philharmonischen Konzertes am Dienstag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr im Großen Konzertsaal. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Peter Kuhn spielen die Bergischen Symphoniker Werke von Kurt Weill und Dimitri Schostakowitsch.

Kurt Weill wurde in Dessau geboren, wo er auch aufgewachsen ist. Sein Vater, Kantor in einer Synagoge, erkannte und förderte das junge musikalische Talent und prägte frühzeitig sein Interesse an der Vokalmusik. Während Kurt Klavier, Komposition, Musiktheorie sowie Dirigieren bei Albert Bing als Privatschüler erlernte, zeigte er sich bereits als Teenager fasziniert vom Musiktheater. Mit der Suite "Panaméene" aus der Oper "Marie Galante" wird das Konzert eröffnet. Die Handlung spielt hauptsächlich in Panama, das von Korruption und Gefahr geprägt ist.

Es folgt von Kurt Weill das gesungene Ballett "Die sieben Todsünden" mit Texten von Bertolt Brecht. Wird mit den Todsünden zumeist eine Gottesfürchtigkeit assoziiert, siedelte Brecht die Geschichte im kapitalistischen Amerika des frühen 20. Jahrhunderts an. Wirtschaftlicher Erfolg wird mit dem Besitz eines Hauses in Louisiana gleichgesetzt. Anna soll ihn ermöglichen, deshalb schicken Eltern und Brüder sie in die Welt. Der Druck ist zu stark, Anna zerbricht in zwei Personen: Anna I, die Sängerin, steht für die erfolgssüchtige, gefühlskalte Seite des Mädchens, während Anna II, die Tänzerin, ein wenig verrückt ist und ihren Gefühlen Ausdruck verleiht, eben tanzen kann. Sieben Jahre lang ziehen die beiden Annas durch sieben Städte, die jeweils eine Todsünde sowie eine damals populäre Tanzform - charmant adaptiert - darstellt. Dabei bricht Weill ständig mit Erwartungshaltungen und arbeitet auch mit radikalen Stilwechseln.

Die Rolle der Anna wird im Konzert von Delia Mayer (Foto)gesungen. Die Sängerin und Schauspielerin ist bekannt als Kommissarin aus dem Schweizer Tatort. Weitere Solisten sind John Zuckerman, Karsten Münster, Marek Reichert und Ulrich Schneider,

Nach der Pause spielt das Orchester die Symphonie Nr. 1 f-Moll op. 10 von Dmitri Schostakowitsch, die der Komponist im Alter von 19 Jahren als Abschlussarbeit am Leningrader Konservatorium schrieb und ihm Weltruhm einbrachte.

(mit)
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