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Solingen
Herbergsverband gibt Stadt einen Korb

Solingen: Herbergsverband gibt Stadt einen Korb
Die Jugendherberge am Ortsrand von Oberburg steht wohl vor dem Aus. Der Herbergsverband will die Einrichtung im September dieses Jahres schließen. FOTO: Peter Meuter
Solingen. Das Rathaus wird die Burger Resolution zum Erhalt der Jugendherberge Oberburg nicht los. Das Herbergswerk will eine Solinger Delegation nicht empfangen. Die Stadt ist sauer, die Chancen für die Jugendherberge stehen gleich Null. Von Martin Oberpriller

Die E-Mail, die das Solinger Rathaus am Donnerstag erreichte, war nur wenige Zeilen lang und ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. In dürren Worten teilte der Geschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) Rheinland, Friedhelm Kamps, Oberbürgermeister Tim Kurzbach mit, man sehe "keine Veranlassung", dass die sogenannte Burger Resolution zum Erhalt der Jugendherberge Oberburg "persönlich überreicht" werde - was bei Lichte betrachtet nichts anderem gleichkommt als einer schallenden Ohrfeige für die Stadt sowie den OB.

Denn damit dürften wohl alle Pläne Kurzbachs hinfällig sein, die vor einigen Wochen von ihm sowie weiteren Politikern aus der Region unterzeichnete Resolution selbst beim Verband in Düsseldorf abzugeben und so noch einmal die sprichwörtliche Werbetrommel für den Jugendherbergs-Standort Solingen zu rühren. Zwar beschied Geschäftsführer Kamps dem Büro des Oberbürgermeisters weiter, die Stadt könne die Unterschriften dem Herbergswerk ja in einer "aus ihrer Sicht geeigneten Form zusenden". Doch in Wirklichkeit sind die Chancen für die die Jugendherberge am Ortsrand von Oberburg, die nach dem Willen des DJH im September 2018 schließen soll, mit dem Korb aus der Landeshauptstadt auf Null gesunken.

Entsprechend verärgert reagierten gestern die Verantwortlichen der Solinger Stadtverwaltung auf diese Brüskierung. "Dass uns das Jugendherbergswerk mit dieser Botschaft nicht empfangen will, ist schon bemerkenswert und lässt tief blicken", sagte Tim Kurzbach in einer ersten Reaktion nach der faktisch erfolgten Ausladung durch das DJH.

So habe man dem Herbergswerk gleich mehrere Terminvorschläge unterbreitet, zu denen der Oberbürgermeister sowie Stadtdirektor Hartmut Hoferichter die Resolution hätten überreichen wollen, teilte die Stadt mit. Ziel sei es nach wie vor, die Burger Herberge zu retten. Aus diesem Grund habe man weitere Gespräche mit dem DJH führen wollen, hieß es am Freitagmittag aus dem Rathaus.

Indes bewerten Beobachter die Möglichkeiten, die nach der Schließung und dem Verkauf der Jugendherberge Gräfrath vor einigen Jahren einzig verbliebene Herbergseinrichtung in der Klingenstadt zu bewahren, schon seit längerer Zeit eher skeptisch. Denn bislang blieben alle Anläufe, das Herbergswerk von der Zukunft des Standortes Burg zu überzeugen, vergeblich. Und in der zurückliegenden Woche hatte zudem auch Geschäftsführer Kamps seine Haltung erneut deutlich gemacht. "Burg wird nicht noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt", sagte Kamps unserer Redaktion.

Die Stadt will sich allerdings einstweilen nicht geschlagen geben. "Wir werden nicht locker lassen", betonte OB Kurzbach, der glaubt, gute Argumente auf seiner Seite zu haben. Beispielsweise seien die rund 50 Millionen Euro an Fördergeldern, die in den kommenden Jahren nach Burg fließen sollen, doch ein Pfund, mit dem sich wuchern ließe, ist man sich im Solinger Rathaus sicher.

Die Burger Resolution hatten neben dem Oberbürgermeister sein Remscheider Amtskollege Burkhard Mast-Weisz, der Wermelskirchener Bürgermeister Rainer Bleek, der bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt sowie die Landtagsabgeordneten aus der Region unterzeichnet. Zudem war aber auch Solingens Alt-OB Norbert Feith als Mitglied im Vorstand des Rheinischen Herbergswerks für die Rettung von Burg eingetreten.

Quelle: RP
 
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