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Solingen
Heute Treffen wegen gesperrter Brücke

Solingen. Wupperbrücke Strohn ist seit knapp einer Woche aus Sicherheitsgründen nun auch für Fußgänger nicht mehr begehbar. Stadtwerke als Eigentümer und die Stadt Solingen als Herr über Wald- und Wanderwege suchen eine Lösung. Von Uwe Vetter

An der Einfahrt zum Wasserwerk Glüder beziehungsweise Tierheim sind gleich drei Hinweisschilder angebracht worden. Sie informieren darüber, dass die Wupperbrücke Strohn wegen Bauwerksschäden gesperrt ist. Nachdem sie im vergangenen Jahr bereits für Fahrzeuge, Pferde und Radfahrer geschlossen wurde - Letztere mussten bei Überqueren der Wupper wegen der geringen Geländerhöhe vom Rad steigen -, wurde Mitte vergangener Woche nun auch Fußgängern ein Weiterkommen auf diesem Teilstück des "Bergischen Wegs" untersagt.

Wenige Meter hinter dem Tierheim Glüder ist der Weg gesperrt. Eine grün-weiße Schranke und knapp drei Meter weiter ein massives Absperrgitter lassen Radfahrer oder Fußgänger kein Durchkommen. Wer von dieser Seite aus zum Balkhauser Kotten (1,8 Kilometer) oder nach Glüder (ein Kilometer) möchte, der muss unverrichteter Dinge umkehren. Über die Wupper am Campingplatz und zum nahe gelegenen Minigolf-Platz geht es jedoch zurück auf den Wanderweg. "Die Hinweisschilder weisen zwar auf die Sperrung hin, aber Ortsunkundige wissen nicht, wo sie hergehen sollen", sagt der Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid, Axel Birkenbeul (SPD).

Die Stahlbrücke mit ihren Holzbohlen weist erhebliche Schäden am Tragwerk und an der Bauwerksausstattung auf, so dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Grund ist scheinbar ein Pilzbefall, der für Fäulnisstellen im Bohlenbelag sorgt.

Dies teilten die Stadtwerke als Eigentümer des über 100 Jahre alten Bauwerks vor wenigen Tagen mit. Weil sich nicht absehen lässt, wann die Brücke wieder geöffnet wird, machte sich bereits Unmut über die Sperrung beim Runden Tisch Radverkehr und beim Bezirksbürgermeister Birkenbeul breit.

Denn über die Brücke verlaufen beliebte und ausgezeichnete Wander- und Fahrradwege zwischen Widdert und Unterburg. Sie gehört zum landesweit ausgeschilderten Netz der Radtouren NRW und bildet auch die Verbindungen nach Leichlingen und Langenfeld. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter betonte deshalb: "Die Wegeverbindung über die Wupper an dieser Stelle ist auf Dauer unverzichtbar, wir müssen uns um eine Lösung kümmern." Zumal die Stadt Solingen als Herr über Wald- und Wanderwege ein großes Interesse daran hat, dass der Wanderweg nicht durch die gesperrte Brücke unterbrochen wird.

Heute Vormittag um 10 Uhr treffen sich jedenfalls Vertreter der Stadtwerke und der Stadt, um eine Lösung für die Brücke zu finden. Dies bestätigte gestern Stadtwerke-Sprecherin Lisa Nohl gegenüber unserer Redaktion.

Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul, der die Sperrung der Brücke "höchst ärgerlich" findet, zumal man lange von den Schäden wusste und erst abwartete, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, erwartet vom heutigen Gespräch klare Ergebnisse: "Ich erwarte eine schnelle Lösung. Entweder ein Provisorium, eine Reparatur oder aber einen Neubau", sagte Birkenbeul. Je länger der Weg dort gesperrt ist, desto höher fallen auch die Einbußen für das Tierheim aus. "Denn wer aus Richtung Burg kommt und die Außengastronomie des Tierheims nutzen will, der macht nicht erst den Umweg über Glüder", so der Bezirksbürgermeister.

Keinesfalls, ergänzte Axel Birkenbeul, dürfe bei der Wupperbrücke Strohn wie an der Brücke Papiermühle verfahren werden. Dort gebe es nur noch eine Rumpfbrücke, die nicht mehr begehbar sei.

Quelle: RP
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