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Solingen
Hightech-Produkte aus dem Bergischen Land

Solingen: Hightech-Produkte aus dem Bergischen Land
! Melina Weisser von der Firma Tecsafe bediente am Messestand eine Fräsmaschine. $ Die Eisenwarenmesse ist für die Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Burkhard Mast-Weisz und Andreas Mucke (v. li.) ein Pflichttermin. # Eine Wasserpumpenzange mit Druckknopfverstellung konnte man am NWS-Stand ausprobieren. FOTO: Uwe Vetter
Solingen. Über 70 Firmen aus Solingen, Remscheid und Wuppertal beteiligen sich an der Internationalen Eisenwarenmesse in Köln. Die Messe startete am Sonntag und schließt heute ihre Pforten. Die Oberbürgermeister aus dem Städtedreieck besuchten gestern Unternehmen aus der Region. Am bergischen Gemeinschaftsstand trafen sie auch die Spitze der Industrie- und Handelskammer. Von Uwe Vetter

Für den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist die Internationale Eisenwarenmesse ein Highlight und eine der wichtigsten Messe für die Region. "Das zeigt, dass historische Produkte aus dem Bergischen mit Hightech gefertigt werden", so Michael Wenge. Gestern war Wenge ebenso vor Ort in Köln wie IHK-Präsident Thomas Meyer und die Oberbürgermeister von Solingen, Remscheid und Wuppertal - Tim Kurzbach, Burkhard Mast-Weisz und Andreas Mucke. Alle unterstrichen mit ihrer Präsenz den besonderen Stellenwert der Messe für Remscheid, Wuppertal und Solingen. Über 70 Firmen stellen noch bis einschließlich heute ihre Produktneuheiten vor.

Kurzbach, Mucke und Mast-Weisz nutzten die Gelegenheit, Firmen an ihren Ständen zu besuchen. "Der persönliche Kontakt zu den Unternehmen ist mir wichtig", sagt der Solinger Verwaltungschef, der zusammen mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, gestern auf dem Messegelände unterwegs war. Zwar sei Solingen traditionell das Zentrum der Schneidwarenbranche, "aber wir haben in der Stadt auch einige Top-Werkzeuganbieter", so Kurzbach.

Ein vielfältiges Sortiment präsentiert die Firma Lutz (links) in Köln, ebenso die Mozart AG mit Denis Wittkämper. Der Assistent der Geschäftsleitung kündigt für das Unternehmen den Zwei-Schicht-Betrieb an. Ein Treffpunkt für die Unternehmen der Region ist der 325 Quadratmeter große Bergischen Gemeinschaftsstand. FOTO: Vetter Uwe

Wie beispielsweise NWS Germany Produktion W. Nöthen. Das Unternehmen von der Röntgenstraße mit zwei weiteren Standorten in Thüringen hat sich mit seinen Produkten zu einer international führenden Werkzeugmarke entwickelt. "Mit dem Messeverlauf sind wir sehr zufrieden", sagt NWS-Marketingleiter Michael Adam. Gleich mehrere Werkzeugneuheiten stellt das 140 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen in Köln vor.

So den "E-Detektor". Der berührungslose Spannungsprüfer ist laut Adams ein kleiner und handlicher Helfer, wenn es darum geht, die Kabel möglichst schnell auf anliegende Spannung zu prüfen. "Hinzu kommt, dass diese Neuheit auf alle NWS-Zangen aufgeschoben werden kann", so Adam. Der kleine Helfer für mehr Sicherheit ist aber nur eine der Neuheiten, die NWS präsentiert. Die Wasserpumpenzange mit Druckknopfverstellung ist eine weitere. Die Zange ist in jeder Position mit einem Klemmschutz ausgestattet. Wie das funktioniert, konnten interessierte Messebesucher am NWS-Stand ausprobieren. Ebenso den neuen Schraubendreher mit Soft-Grip. Das Heft beziehungsweise der Griff füllt hier durch ein integriertes Gel die Hand optimal aus. "Dadurch werden höherer Drehmomente möglich", erklärt Michael Adam.

FOTO: Vetter Uwe

Neue Sicherheitsmesser, die aktuell noch gar nicht auf dem Markt sind, im Laufe dieses Jahres aber noch in den Verkauf kommen, stellt Martor auf der Eisenwarenmesse insbesondere dem Fachhandel vor. Das Unternehmen vom Heider Hof in Gräfrath (140 Beschäftigte) "bietet Lösungen für das sichere Schneiden", erklärt Borja Cordero - "und das für die gesamte Industrie". Denn der Leiter Vertrieb Deutschland von Martor weiß, dass Arbeitsschutz und Schneiden Bereiche sind, die in jedem Unternehmen vorhanden sind. Hier bietet sich Martor als Experte an. 1976 wurde das erste Sicherheitsmesser auf den Markt gebracht - und immer wieder mit innovativen Verbesserungen versehen.

Eine positive Messe-Resonanz erlebt auch die Mozart AG (Technik durch Schärfe). "Gute Gespräche, gute Kontakte", sagt Denis Wittkämper. Der Assistent der Geschäftsleitung sieht die Mozart AG weiter auf Wachstumskurs. "2018 werden wir das Zwei-Schicht-System einführen", kündigt Wittkämper mit Blick auf 120 Mitarbeiter an. Mozart ist ein führender Hersteller technischer Klingen.

FOTO: Vetter Uwe

Zufrieden mit dem Messe-Verlauf zeigt sich auch die Gräfrather Firma Lutz. "Für uns ist die Eisenwarenmesse mit die wichtigste, es kommen viele ausländische Kunden", sagt Andrea Florath vom Vertrieb. Immerhin 70 Prozent der Lutz-Produkte (unter anderem Klingen jedweder Art) werden im Ausland verkauft. In Köln wurde ein neues Klingensortiment präsentiert. Darunter auch "Schwarze Klingen". "Extrem scharf", versichert Andrea Florath.

Mit von der Partie ist bei der Eisenwarenmesse auch Tecsafe. Das Unternehmen von der Dingshauser Straße stellt Schaumeinlagen her, damit hochwertige Werkzeuge sicher verpackt und gelagert werden können. Am Messestand zeigte eine Fräsmaschine, wie Einsätze aus Schaum hergestellt werden.

Ein Blickfang, den auch Kretzer Scheren für sich in Anspruch nehmen kann. Dann nämlich, wenn man eine Sicherheitsschere ausprobiert, die die Haut nicht verletzt. "Wir haben über 750 Scheren im Angebot", sagt Kretzer-Regionalleiterin Export, Sandra-Isabell Ziemann. Sie macht indes weniger Messebesucher aus und vermutet: "Viele holen sich Informationen im Internet."

Eine Tendenz, die der Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (BSW), Stephan A. Vogelskamp beobachtet. Die BSW organisierte zum siebten Mal den Bergischen Gemeinschaftsstand seit 2006 auf der Eisenwarenmesse. Messe und Internet - Vogelskamp sieht die Bereiche im Wandel: "Zur Messe kommen die Leute aber, um Gespräche zu führen."

Quelle: RP
 
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