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Markus Zaremba
Hoffnung auf Steherrennen am Dorperhof

Solingen. Der Wuppertaler Rad-Club Musketier nutzt und pflegt mit Solinger Vereinen die Radrennbahn - für den Vorsitzende ein Erfolgsmodell.

Vor einem Jahr unterschrieben Sie als Vorsitzender des RC Musketier Wuppertal einen Pflege- und Nutzungsvertrag mit der Stadt Solingen, der seit 1. Januar in Kraft ist. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus? Hat sich das Engagement für die Radrennbahn Dorperhof gelohnt?

Zaremba Auf jeden Fall. Alleine, wie wir von den Nachbarvereinen aufgenommen wurden, war wirklich sehr erfreulich. Außerdem haben wir einen bemerkenswerten Zuwachs unter unseren Mitgliedern festgestellt, seit wir über die sozialen Netzwerke publik gemacht haben, dass wir hier fest trainieren. Wir waren schon in der Vergangenheit einer der mitgliederstärksten Vereine im Bergischen Land. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir aber noch einmal 25 Mitglieder dazu bekommen, darunter acht Jugendliche. Inzwischen haben wir 101 Mitglieder. Und mein Herz hängt sowieso an der Bahn.

Erinnern Sie sich noch, wann Sie zum ersten Mal mit dem Fahrrad am Dorperhof waren?

Zaremba Damals war ich zwölf Jahre alt. Ich war ja bis 1990 Mitglied bei den Schwalben (RC Schwalbe, die Redaktion). Hier bin ich bei Deutschen Meisterschaften in der Jugend und Landesverbandsmeisterschaften mitgefahren. Nachdem ich dem Vereinsleben eine Weile durch Arbeit und Familie den Rücken gekehrt hatte, trat ich in meiner Heimatstadt dem RC Musketier bei. Am Dorperhof haben wir auch vor dem Vertrag mit der Stadt schon oft mit den Schwalben mittrainiert, zum Teil auch Trainings geleitet.

Nun teilen Sie sich die Pflege mit den Bogenschützen des Solinger SC 95/98, den Triathleten des TSV Aufderhöhe und den Radsportlern von Velo Solingen. Welche Arbeiten sind dabei zu erledigen und wie sprechen Sie sich ab?

Zaremba Wir haben einen Plan zum Rasenmähen, an den sich alle halten. Dazu müssen Grünspan von der Rennbahn entfernt und im Frühling Grünschnitt beseitigt werden. Jeder erfüllt seinen Part und das funktioniert gut.

Was sind die Vorteile der Anlage?

Zaremba Die Kurven sind nicht so steil wie auf den Bahnen in Köln oder Büttgen. Hier kann man auch kleine Kinder an den Bahnsport heranführen. Auf einer Holzbahn geht das nicht. Auch für Triathleten ist die Bahn ideal, um abseits des Straßenverkehrs ihre Bahnen zu ziehen. Hier am Dorperhof trainieren auch Triathleten von Clubs aus Wuppertal und Mettmann. Die nächste Anlage dieser Art ist in Bielefeld.

Wie steht es denn um den baulichen Zustand?

Zaremba Der ist insgesamt sehr gut. In Zukunft werden Abdichtungsarbeiten anstehen, darüber habe ich mit der Stadt bereits gesprochen. Auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung funktioniert übrigens ausgesprochen gut.

Wird es wieder Steherrennen am Dorperhof geben?

Zaremba Das ist unser Wunsch und wir arbeiten daran. Gespräche mit der Stadt haben schon stattgefunden. Es gibt noch versicherungstechnische Hürden, und wir benötigen auch Sponsoren. Ich bin sehr froh, auf das Know How von Horst Sammer zurückgreifen zu können, der in der Vergangenheit Vorstand bei den Schwalben war und nun Mitglied beim RC Musketier ist. Er kümmert sich um den Stehersport und ist zugleich ein wichtiges Bindeglied zur Solinger Wirtschaft. Wir werden nichts übers Knie brechen, sind aber zuversichtlich, in Zukunft wieder Steherrennen auszurichten. Begleitend schwebt mir bei diesen Wettbewerben ein Jugendrahmenprogramm vor.

Apropos Jugend: Gab es eigentlich ein bestimmtes Erlebnis, das Sie zum Bahnradsport führte?

Zaremba In meiner Kindheit hatte mir mein Onkel ein Radsporttrikot geschenkt. Das war viel zu groß, machte mich aber sehr stolz. Ich habe mir dann mein erstes Rennrad zusammengespart. So bin ich schließlich auf der Bahn gelandet.

Wie aktiv sind Sie heute noch?

Zaremba Natürlich nicht mehr so wie früher. Aber meine 300 bis 400 Kilometer pro Woche fahre ich immer noch.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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