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Ansichtssache
Hofgarten - längst nicht mehr aus Solingen wegzudenken

Meinung | Solingen. Wer sagt eigentlich, dass Vorurteile immer falsch sind? Ein Stereotyp, das über den Solinger schlechthin existiert, besagt, dass die Bewohner zwischen Ohligs und Burg zur Schwarzmalerei neigen. Was wiederum nicht von der Hand zu weisen ist, wenn man nur einmal zuhört, wie der nun seit drei Jahren existierende Hofgarten in der City bewertet wird. Von Martin Oberpriller

Zu wenig Auswahl, zu viele Leerstände, und überhaupt: Auf der Kö in Düsseldorf lässt sich entschieden besser einkaufen.

Mit Verlaub, aber als Konkurrenz zur Nobelmeile in der Landeshauptstadt war das Solinger Center nie gedacht. Als der Hofgarten in den Jahren 2012/13 gebaut wurde, sollte er Lücken füllen. Im Handelsangebot sowie städtebaulich – was am Ende auch sehr gut gelang. Oder haben die Kritiker etwa schon vergessen, wie es am Neumarkt vor der Zeit des Hofgartens aussah? Mit dem alten Karstadt und mit dem Turmhotel stand dort eine hässliche und langsam verfallende 60er-Jahre-Ruine. Im Klartext: Mitten in Solingen sah es ungefähr so schlimm aus wie in den übelsten No-Go-Areas US-amerikanischer Großstädte.

Das hat sich durch den Hofgarten verändert. An den Neumarkt ist das Leben zurückgekehrt. Das Warenangebot in der Innenstadt hat sich merklich verbessert. Und städtebaulich ist das Center – im Vergleich zu dem, was früher dort stand – ebenfalls ein Gewinn.

Die Shoppingmall ist also längst mehr als lediglich ein Lückenfüller. Der Hofgarten ist aus der Klingenstadt nicht länger wegzudenken. Das sollten langsam auch all jene einsehen, die sich so gerne in Schwarzmalerei ergehen. Selbst in Solingen ist nicht alles schlecht.

 

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