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Solingen
Holocaust und NS-Verbrechen im Comic

Solingen. Der Holocaust und die NS-Verbrechen als Darstellungen im Comic? Geht das? "Ja", sagt Prof. Dr. Dietrich Grünewald. Der Kunstwissenschaftler, der zugleich Gründungsmitglied der Gesellschaft für Comicforschung ist, stellt seine Forschungsergebnisse unter dem Titel "Zwischen Unterhaltung und Erinnerung. Der Holocaust und die NS-Verbrechen im Comic" am Mittwoch, 8. Juni, um 19 Uhr im Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum Solingen vor.

Ob Comic, Graphic Novel, narrativer Zyklus oder Bilderbuchgeschichte: mit den verschiedensten Erzähl- und Darstellungsmöglichkeiten der Bildgeschichte wurden die grausamen Geschehnisse in den Konzentrationslagern und Gefängnissen während des Nationalsozialismus thematisiert und anschaulich gemacht. Erzählt werden diese Geschichten unmittelbar aus der Perspektive von Opfern des Nationalsozialismus, aus der Perspektive ihrer Kinder - die mit den Erinnerungen und dem Trauma der Eltern leben und umgehen müssen - sowie aus der Perspektive des beobachtenden Zeugen. Insbesondere das im Comic genutzte Wechselspiel von Fakten und Fiktion, von Spannung und Erinnerung erzeugt eine Wirkungskraft, die den Leser emotional bindet und zur Aufklärung beiträgt. Die Geschichte wird somit lebendig und bleibt nicht nur ein vergangenes Faktum.

Ausgehend von Darstellungen des Holocausts in Werken der Bildenden Kunst setzt sich der Vortrag "Zwischen Unterhaltung und Erinnerung. Der Holocaust und die NS-Verbrechen im Comic" mit unterschiedlichen narrativen und ästhetischen Mitteln auseinander, die eine kritisch-mahnende Auseinandersetzung mit dem Holocaust fördern und diesen nicht als "Horrorgenre" verstehen.

(red)
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