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Solingen
Holzhäuser: Kostensteigerungen befürchtet

Solingen. Der Gräfrather CDU-Vorsitzende Christoph Keull und Anwohner der Nibelungenstraße halten den geplanten Standort für eine Flüchtlingsunterkunft wegen seiner Beschaffenheit für ungeeignet. Von Benjamin Dresen

"Wir sind nicht gegen das Flüchtlingshaus, sondern gegen die Kostenentwicklung", sagt Christoph Keull. Der stellvertretende Gräfrather Bezirksbürgermeister und CDU-Vorsitzende und mehrere Anwohner befürchten Kostensteigerungen, die die Stadt bei der Planung des Flüchtlingshauses an der Nibelungenstraße nicht bedacht haben könnte. Hier soll ein zweigeschossiges Holzhaus mit 21 Wohnungen für bis zu 100 Personen entstehen.

Um die angedachte Fläche von etwa 3000 Quadratmetern als Bauplatz nutzen zu können, wären nach ihrer Einschätzung umfangreiche Aufschüttungen notwendig: Schließlich liegt das Gelände, auf dem sich derzeit eine Hundeschule befindet, rund 1,80 Meter unterhalb des Straßenniveaus. Zuzüglich des abzutragenden Mutterbodens wäre nach Keulls Rechnung ein Höhenunterschied zur Straße von zwei Metern aufzufüllen. Um ein Gebäude darauf errichten zu können, bräuchte es für 6000 Kubikmeter Raum zur Verdichtung rund 13.000 Kubikmeter Füllmaterial, so Keull.

Das entspreche 1100 Lkw-Ladungen, die über die rund 100 Meter lange Stichstraße zu transportieren wären. Der schon jetzt teils geflickte Fahrbahnbelag wäre danach vermutlich zu erneuern. Diese Bedenken hatte Christoph Keull schon Mitte März beim Runden Tisch von "Gräfrath hilft" gegenüber Flüchtlingskoordinator Dirk Wagner vorgetragen. Da sich schon heute in der Senke mit Lehmboden darunter häufig Wasser sammelt, muss zusätzlich ein Regenrückhaltebecken gebaut werden.

Nach Aussage der Stadt sollte laut Keull die Erschließung der Flächen und der Bau der Flüchtlingshäuser an allen Standorten gleich viel kosten. Dies bezweifelt Keull angesichts der Situation an der Nibelungenstraße. Er zitiert aus der Beschlussvorlage für den Planungsausschuss: "Topographisch oder aus sonstigen Gründen ungeeignete Grundstücke, die eine sehr kostenaufwendige Baureifmachung erforderlich machen, wurden im Vorfeld ausgeschieden." Keull findet: "Danach dürfte hier kein Haus hin."

Im Planungsausschuss war Ende Februar die Nibelungenstraße anstelle der Schwabenstraße als Holzhaus-Standort beschlossen worden.

Quelle: RP
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