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Solingen
Hospiz-Neubau soll im Herbst starten

Solingen: Hospiz-Neubau soll im Herbst starten
Wie im Vorjahr informieren die ehrenamtlichen Helfer des Vereins bei der Sommerparty Echt.Scharf.Solingen am Stand des Palliativen Hospizes über die Arbeit - und sie verkaufen Echt-Scharf-Souvenirs. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Palliative Hospizstiftung Solingen sammelte bisher über 600.000 Euro an Spenden für den Bau des stationären Hospizes. Sie ist optimistisch, die Gesamtkosten von drei Millionen Euro zu erreichen. Von Benjamin Dresen

Bald wird es konkret: Die Arbeiten zum Bau des Hospizes auf dem Grundstück zwischen Klinikum und Botanischem Garten sollen im Herbst beginnen. Zuvor muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. September noch die Änderung des Bebauungsplanes beschließen und die als Gartenland ausgewiesene Fläche zu Bauland machen.

"Danach können wir das Grundstück von den Technischen Betrieben kaufen und mit den Bauarbeiten beginnen", erklärt die Vorsitzende des Palliativen Hospizes (PHos), Cordula Scheffels. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei sind zunächst noch kleinere Gebäude zu entfernen. Parallel lässt die Hospizstiftung als Bauherrin derzeit ein Schadstoffgutachten erstellen.

Ursprünglich hatte sich die Hospizstiftung zum Ziel gesetzt, dass bereits jetzt - Ende Juli - Baurecht geschaffen sein sollte. Die geplante Eröffnung Ende 2017 sei aber nicht in Gefahr, versichert Cordula Scheffels. "Wir wollen so schnell wie möglich beginnen." Eine Verzögerung von bis zu drei Monaten sei von Anfang an eingeplant gewesen.

Von den kalkulierten Kosten von drei Millionen Euro für den Erwerb des Grundstücks, den Bau des Hospizes sowie dessen Ausstattung hat die Hospizstiftung bislang mehr als 600.000 Euro eingesammelt. Auch wenn die Gesamtkosten damit noch nicht gedeckt sind, können die Bauarbeiten in jedem Fall sofort starten. Was nicht durch Spenden gedeckt werden kann, wird die Hospizstiftung notfalls durch Kredite finanzieren. Cordula Scheffels setzt auf den Baustart als Signal: "Viele Sponsoren warten mit ihren Zusagen noch ab, bis es konkret wird", sagt sie. Sie ist optimistisch, dass die komplette Finanzierung des Projektes über Spenden gelingt.

Derweil wird das Bild des stationären Hospizes, das unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase aufnimmt, immer genauer. Das eingeschossige Gebäude mit zehn Betten soll Terrassen vor den Zimmern, eine eigene Küche sowie Gemeinschaftsräume für Kranke und Angehörige bekommen. "Die soziale Isolation in der letzten Lebensphase ist ein großes Problem", weiß Cordula Scheffels. All dies bieten die Räumlichkeiten im zweiten Stock des Seniorenzentrums Kirschbaumer Hof nicht, wo das stationäre Hospiz seit zweieinhalb Jahren untergebracht ist.

Zudem wächst das Hospiz mit dem Neubau um zwei Betten, womit immerhin ein kleiner Teil der großen Nachfrage aufgefangen werden kann: "Wir hatten 300 Anfragen im letzten Jahr, konnten aber nur 100 Gäste aufnehmen", sagt Cordula Scheffels. Die Zahl der Vollzeitstellen für Pflegekräfte wächst mit, von neun auf elf. Insgesamt beschäftigt das Hospiz 19 hauptamtliche Mitarbeiter, hinzu kommen 80 Ehrenamtliche, die sich in verschiedenen Positionen engagieren.

Um die Bekanntheit zu steigern und weitere Spenden zu sammeln, beteiligt sich das Palliative Hospiz Mitte August wieder mit einem Stand bei "Echt. Scharf. Solingen". Vom Verkauf der Fanartikel (Shirt, Kappe, Nummernschild-Halterung oder Schlüsselanhänger) geht jeweils ein Euro an das PHos.

Quelle: RP
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