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Solingen
Hundehalter sollen auf Schnucken Rücksicht nehmen

Solingen. In den nächsten 14 Tagen weidet wieder eine Schafherde in der Ohligser Heide. Die Tiere erfüllen eine wichtige Aufgabe. Von Martin Oberpriller

Die Ohligser Heide ist seit dem zurückliegenden Wochenende um eine Attraktion reicher. Denn wie schon in den vergangenen Jahren macht auch diesmal wieder eine 300-köpfige Besuchergruppe im Solinger Westen Station. Für mindestens zwei Wochen wird eine Wanderschafherde in der Heide unterwegs sein - und dabei einmal mehr auf ganz natürliche Weise für den Erhalt der Artenvielfalt sowie des Landschaftsbildes sorgen.

Nachdem die urig wirkenden Moorschnucken zuletzt die Heideflächen der Hildener Heide in der Nachbarstadt abgefressen haben, werden die Schafe nun also in Solingen aktiv weiden. Dabei sind die Vierbeiner tatsächlich im Auftrag der Allgemeinheit und des Landschaftsschutzes unterwegs. Heideflächen gehören nämlich zu den sensibelsten Lebensräumen überhaupt - und bedürfen deshalb immer wieder der Pflege durch die tierischen Rasenmäher.

Allerdings sind die Moorschnucken nicht weniger sensibel als die Landschaft, die sie zu bearbeiten haben. Aus diesem Grund hat die Biologische Station Mittlere Wupper jetzt noch einmal an Hundehalter appelliert, die in der Ohligser Heide spazieren gehen, ihre Tiere nicht frei laufen zu lassen.

"Damit die Schäferin ihre Arbeit ordnungsgemäß verrichten kann, wird darum gebeten, dass alle Besucher der Naturschutzgebiete Ohligser Heide sowie Krüdersheide und Götsche ihre Hunde an der Leine führen", sagte der Geschäftsführer der Biologischen Station, Dr. Jan Boomers, am zurückliegenden Wochenende.

Zusammen mit der Biologischen Station Haus Bürgel betreut die Biologische Station Mittlere Wupper das gemeinsame Schafweideprojekt der Stadt Solingen sowie des Kreises Mettmann wissenschaftlich. Ziel ist es, durch die Schafe ein Zuwachsen der Heideflächen zu verhindern. Denn dies würde in der Folge zu einem Verschwinden vieler heute noch in der Ohligser Heide beheimateter Tier- und Pflanzenarten führen.

Damit dies nicht geschieht, knüpfen die Verantwortlichen bei der heutigen Bewirtschaftung von Heideflächen an historische Vorbilder an. So war beispielsweise auch in der Ohligser Heide die Nutzung durch Hüteschäfer bis in das 20. Jahrhundert hinein weit verbreitet.

Für die Moorschnucken ist Soligen indes lediglich eine Zwischenstation. Sobald sie ihren Auftrag in der Klingenstadt erfüllt haben, werden die Tiere zusammen mit ihrer Schäferin in Richtung Further Heide weiterziehen, um dort ihren wissenschaftlichen und naturschutz-technischen Aufgaben nachzukommen.

Quelle: RP
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