| 12.16 Uhr

Helden der Jugend
Idole fürs Leben – von Pippi bis Papa

Helden der Jugend
Helden der Jugend FOTO: Kempner / Ullstein
Solingen. Jede Zeit hat ihre eigenen Vorbilder. Die der Jugend sind besonders spannend, weil die ganz persönlichen Helden unvergessen bleiben. Sieben Solinger erinnern sich. Von Judith Blania

Das Mädchen mit der Bonbondose

Pippi Langstrumpf lebt ganz nach dem Motto: Man muss das Leben genießen. Ihr Fan Katherina Emons war in ihrer Jugend davon fasziniert, wie viel Spaß das Mädchen mit den Zöpfen hat. Außerdem war sie von ihrer Stärke beeindruckt. Die 27-Jährige besaß ebenso wie ihre Heldin ein Pferd. "Ich bin immer durch den Wald geritten und habe die Musik von Pippi gesungen", berichtet die Mitarbeiterin der Marketing-Abteilung der Sparkasse. Lachend erzählt sie: "Ganz besonders erinnere ich mich an die Bonbondose, die Pippi hat. So eine wollte ich auch besitzen. Bei Haribo habe ich die Kracher gefunden, die den bunten Bonbons von Pippi ähnlich waren." Sie habe sich dann selbst eine Dose gebastelt und fand das spitze.

Der lebenslustige Rotschopf

Die Selbstständigkeit und Unternehmungslust hat Kirsten Olsen-Buchkremer an Pippi Langstrumpf immer begeistert. Die Dänin ist mit Astrid Lindgren und ihren Geschichten über das starke Mädchen mit den Zöpfen aufgewachsen. "Dass sie so viel reist, habe ich beeindruckend gefunden und tue es heute selbst sehr gern", erzählt die 57-Jährige, die seit einem Monat als Geschäftsführerin der Solinger Bädergesellschaft arbeitet. Am liebsten tourt sie durch Deutschland. Auch von Pippis Pferd "Kleiner Onkel" war sie begeistert. "Pippi Langstrumpf hat immer durchgesetzt, was sie wollte. Nach Lust und Laune gelebt", erinnert sich die Dänin. Die Filme über Pippis Abenteuer hat sie alle gesehen.

Die Helden der Comics

Ob Asterix und Obelix, Lucky Luke oder Tim und Struppi – Comicfiguren haben die Kindheit und Jugend von Arne Schulenberg begleitet und geprägt. Später kamen Superhelden wie Batman oder Superman dazu. "Besonders fasziniert hat mich an den Charakteren, dass sie für das Gute eintreten", erzählt der 39-Jährige. "Die Helden verfolgen immer einen positiven Gedanken." Aus Liebe zu Comicfiguren ist auch seine eigene Foto-Comic-Reihe "Union der Helden" entstanden. "Ich habe mich immer gefragt, warum die Helden alle aus anderen Ländern kommen. So entstand meine Comicreihe über Helden aus Deutschland", erzählt der Werbefachmann.

Ein unbekannter Helfer

Keiner weiß, wer er ist – doch er ist bereit, allen zu helfen. Für Régis Noël war Zorro der absolute Held. "Für ihn ist es kein Problem, als Blödmann dazustehen", sagt der 59-Jährige. "Er rettet Leben und setzt sich für die Armen ein. Er braucht dafür keine Anerkennung." Besonders faszinierte Régis Noël die Anonymität, die Zorro bei seinen Taten stets behält. Außerdem begeisterten den Künstler die zwei Persönlichkeiten, die Zorro darstellt. "Er ist der unscheinbare Landedelmann Don Diego de la Vega, aber in der Nacht verwandelt er sich mit Umhang und Augenbinde in den Helden Zorro, der überall seine Spuren hinterlässt", erinnert sich der Maler.

Der Familienheld

Cornelia Kreitzberg stammt aus einem tollen Elternhaus. Ihr Held war Vater Kamillo Schäfer. "Er war Schreiner und Innenarchitekt und gab mir seine Kreativität mit auf den Weg", berichtet die Solingerin. Auf ihrem beruflichen Werdegang wurde die 49-Jährige von ihm unterstützt. "Mein Vater war Papa und bester Freund zugleich", erinnert sich das Vorstandsmitglied des Initiativkreises Solingen. "Selbst als ich zwei Jahre in Amerika gelebt habe, telefonierten wir täglich." Er hat ihr volles Vertrauen geschenkt. "Vor acht Jahren ist mein Vater im Alter von 73 Jahren gestorben. Was er mir mit auf den Lebensweg gab, gebe ich an meinen Sohn Jan-Kamillo weiter."

 

 

Harmonie der Helden

Als 13-Jährige fand man Pamela Junker vor großen Bühnen, auf denen die Kelly Family auftrat. Mit Freunden ist sie zu Konzerten gereist, um die Musik der Gruppe live zu hören. "Meine Liebe für Musik besaß ich schon als Kind", erzählt die 34-Jährige. "Die Kelly Family hat mich immer durch ihren Zusammenhalt und die Harmonie, die sie ausgedrückt hat, beeindruckt." Menschen, die etwas erreicht haben, hat die Karnevalsprinzessin der Session 2012/13 immer bewundert. An die Geselligkeit der Gruppe erinnert sie sich noch immer. Auch heute gefällt ihr die Musik der Familien-Band sehr gut. Ein besonderer Fan ist sie jedoch nicht mehr.

 

Geschwisterliebe

Bei der Frage nach dem Held seiner Jugend fällt dem Handballer Nils Artmann sofort seine Schwester Frauke ein. Die heute 27-Jährige war immer ein großes Vorbild für ihn – und auch für seinen Bruder Jan. "Handball war immer schon ein großes Thema in unserer Familie, da mein Zwillingsbruder und ich professionell spielen", erzählt der 25-jährige Nils Artmann. "Obwohl unsere Schwester dadurch auf vieles hat verzichten müssen, ist aus ihr eine erfolgreiche junge Geschäftsfrau geworden." Das rechnet der Rechtsaußen des Erstligisten Bergischer HC ihr hoch an. Ihre Brüder haben immer zu der 27-Jährgen aufgeschaut.

Sportprofi als Superheld

Guido Rohn fand seine Helden im Sport. Sein großes Vorbild war Reiner Lingelbach, der bei Solingen 95/98 Handball spielte. "Es ist üblich, dass auf Rechtsaußen ein Linkshänder spielt. Er war Rechtshänder, konnte aber durch sehr gute Wurftechniken überzeugen", erzählt der Vorsitzende des Fördervereins Jahnkampfbahn. "Seinen Sprung habe ich als kleiner Junge auf dem Garagenhof geübt und beherrsche ihn noch heute." Fußballheld des 58-Jährigen war Berti Vogts aufgrund seiner Kämpferqualitäten. "Auch heute noch trage ich beim Spielen seine Nummer zwei. Es ist toll, dass er Borussia Mönchengladbach immer treu geblieben ist".

 

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Helden der Jugend: Idole fürs Leben – von Pippi bis Papa


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.