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Solingen
Metaller gehen erneut auf die Straße

IG Metaller streiken in Köln
IG Metaller streiken in Köln FOTO: Theo Titz
Solingen. Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektrobranche werden heute fortgesetzt. Beschäftigte begleiten die Verhandlungen mit einer Kundgebung und Demonstration am Verhandlungsort Köln. Von Uwe Vetter

Die Wirtschaft brummt. Erst gestern hatte die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) berichtet, dass die Unternehmen überwiegend optimistisch sind. Zu großen Teilen auch in der Metall- und Elektrobranche. Doch nicht alle Unternehmen stehen auf der konjunkturellen Sonnenseite. "30 Prozent der Firmen sind auf der Nulllinie oder gar darunter", sagt Horst Gabriel.

Der Unternehmer (Emde GmbH) und Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes hält deshalb bei den derzeit laufenden Tarifverhandlungen eine Differenzierung für all jene Betriebe für erforderlich, die zwar grundsätzlich dem Flächentarifvertrag angebunden sind, in wirtschaftlich für sie aber schlechten Zeiten die Möglichkeit eingeräumt bekommen, davon abweichen zu können. "Darüber wurde am Montag dieser Woche bereits intensiv verhandelt, aber noch kein Durchbruch erzielt. Heute wird dieses Thema erneut diskutiert", sagt Horst Gabriel.

In Köln treffen sich die Tarifparteien heute Nachmittag zu neuerlichen Gesprächen. Arbeitgeber und auch die Gewerkschaft IG Metall kündigten im Vorfeld an, "konstruktiv an einem Ergebnis zu arbeiten". Noch vor Pfingsten solle es zu einer Einigung kommen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten: "Beim Thema Differenzierung gibt es verschiedene Alternativen. Die Verhandlungen sind ein hartes Brot und nicht mal eben mit links erledigt", weiß der Vorsitzende des Solinger Arbeitgeberverbandes.

Auch Metaller aus Solingen beteiligen sich heute am Warnstreik in Köln. FOTO: mak (Archiv)

Zumindest "ein gutes Gefühl", dass man zum Abschluss kommt und den "Gordischen Knoten bei der Differenzierung zerschlägt", hat der erste Bevollmächtigte der IGmetall, Marko Röhrig. "Die Komponente Differenzierung ist den Arbeitgebern enorm wichtig", weiß der Gewerkschafter. Unsere Kollegen haben aber ein Problem damit, vor allem dann, wenn nur die Betriebsparteien darüber entscheiden sollen. Wir wollen, dass hier auch die IG Metall mit im Boot ist", sagt Marko Röhrig.

Bei der Tarifauseinandersetzung geht es aber auch ums Geld. Fünf Prozent fordert die Gewerkschaft, die Arbeitgeber hatten zuletzt Entgelterhöhungen in zwei Stufen angeboten, die sich in 24 Monaten auf 2,1 Prozent summieren. Zusätzlich soll es eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent geben. Viel zu wenig finden die Gewerkschaftsmitglieder. Und zur Untermauerung ihrer Forderung gehen sie deshalb heute noch einmal auf die Straße. "Mehrere Busse mit Beschäftigten aus Solinger und Remscheider Betrieben werden zur Demonstration und Kundgebung nach Köln fahren", kündigte Marko Röhrig gestern an.

Insgesamt 7000 bis 8000 Beschäftigte werden in Köln auf dem Heumarkt erwartet, um Druck auf die Arbeitgeber aufzubauen, damit es zu einer Einigung kommt. "Heute ist dafür die letzte Chance für die Arbeitgeber", sagt der erste Bevollmächtigte der Verwaltungsstelle Remscheid/Solingen der IG Metall.

Er lässt keinen Zweifel daran, dass die Beschäftigte kampfbereit sind, sollte es keine Einigung am Verhandlungstisch geben. "Dann wird es 24 Stunden-Streiks noch vor der Urabstimmung am 27. Mai geben", sagt Marko Röhrig. Am 2. Juni könnte dann der unbefristete Arbeitskampf beginnen.

Quelle: RP
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