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Solingen
Im Klinikum drehte sich alles um Babys

Solingen. Zum Weltstilltag gab es am Wochenende einen Basar, der Müttern viele Tipps zum Umgang mit ihren Kindern bot. Von Ulrike Kohl

Die Eingangshalle des Städtischen Klinikums glich einem großen Trödelmarkt. Und ein Trödelmarkt war es auch - nur mit dem Unterschied, dass es hier am Samstag lediglich Sachen zu kaufen gab, die mit Babys zu tun hatten. Dabei waren nicht allein Textilien zu erwerben, sondern unter anderem auch ein Kinderwagen am Stand von Daniela Schumacher. Sie ist Mutter von drei Kindern, fünf, sechs und zehn Jahre alt. "Jetzt reicht es", sagte sie. Und aus diesem Grund bot sie den überflüssig gewordenen Kinderwagen zum Kauf an.

Das Klinikum Solingen hatte aus Anlass des Weltstilltages Mütter und Familien eingeladen, und die Reaktion war überwältigend. "Jedes Jahr in der 40. Kalenderwoche gibt es einen solchen Aktionstag", sagte Claudia Braches, die Stillbeauftragte des Klinikums. Und immer hersche so viel Betrieb, freute sie sich über das Interesse.

Der Aktionstag stand unter dem Motto "Stillen - Fundament für eine nachhaltige Entwicklung". Braches betonte, dass das Stillen seit jeher die beste Methode der Babyernährung sei. Auch wenn die Kinder eigentlich bereits dem Säuglingsalter entwachsen seien, würden sie durch den engen Kontakt mit der Mutter zu selbstbewussten Menschen heranwachsen.

Braches verwies in diesem Zusammenhang auf die indigenen Völker in anderen Teilen der Welt, wo es selbstverständlich sei, dass die Kinder jahrelang Muttermilch bekämen. Und wie zum Beweis hierfür besuchte auch eine junge Frau den Aktionstag, deren fünfjährige Tochter sich gerade ein Spiel an einem Stand ausgesucht hatte. Sie habe ihre Tochter vier Jahre lang gestillt, sagte die Mutter.

Das Stillcafé im Klinikum findet jeden Montag statt und wird von den meisten jungen Müttern regelmäßig besucht. So wie von Jenny Sonnenberg (31), die ihre Tochter Ina, 14 Monate alt, noch immer stillt. Ihr Sohn Paul ist jetzt drei Jahre und wurde "selbstverständlich" elf Monate lang gestillt. Die Tochter von Melanie Jäger, Hanna, war hingegen ein Frühchen. Fünf Monate lang habe sie ihre Milch abgepumpt, die Hanna dann mit der Flasche bekommen habe, berichtete die Mutter.

Steffi Montag wiederum stellte zum ersten Mal die Babysachen zum Verkauf aus, die ihrer Tochter Amy inzwischen zu klein geworden sind - wobei die 13 Monate alte Amy am Samstag mit ihrem Opa unterwegs war.

Dabei gab es außer Kleidung auch andere Sachen, die den jungen Müttern das Leben erleichtern sollen. So wie den Thermomix am Stand von Sabine Polle, mit dem Babynahrung selbst hergestellt werden kann. Nicola Gehring, selbst Krankenschwester, stellte dagegen verschiedene Arten von Tragetüchern vor, die den so wichtigen Körperkontakt zwischen Mutter und Kind garantieren sollen.

Und auch in Zeiten der Windelhöschen mit Kunststoffanteil gibt es sie wieder: Stoffwindeln. Sandra Fellner ist Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Solingen. Zurzeit ist sie im Elternurlaub und trägt ihr vier Monate altes Baby Ella auf dem Rücken. Sohn Jamie ist schon vier Jahre alt. Und anscheinend bekommt es beiden Kindern, dass ihre Mutter auf Stoffwindeln baut - auch wenn es nicht gerade der Bequemlichkeit dient.

Quelle: RP
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