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Solingen
Im Winter haben die Tiere mehr Hunger

Solingen. Vor drei Jahren wurde der Verein Tierfutterhilfe Solingen gegründet. Spenden und ehrenamtliche Helfer gesucht. Von Sandra Grünwald

Ein Tier zu haben, gehört für viele Menschen zum Leben dazu. Sei es die Katze, die einem schnurrend um die Beine streicht oder der Hund, der einen bei jedem Spaziergang begleitet. Viele ältere Menschen rettet ein Tier aus der Vereinsamung. "Ich könnte ohne Tiere nicht leben", sagt auch Renate Tratter. Sie weiß, wie viele Kosten die Haltung eines Tieres verursachen kann. Und sie weiß, dass sich etliche Menschen eigentlich kein Tier leisten könnten.

Deshalb wurde vor drei Jahren die Tierfutterhilfe Solingen gegründet, um diesen Menschen und ihren Tieren zu helfen. "Einmal im Monat geben wir Futter aus für die Tiere in Solingen", sagt sie. Das Futter muss natürlich vorher gekauft oder gesammelt werden. Dabei ist der kleine Verein auf Spenden angewiesen. "Ich habe ein Friseurgeschäft, da kann man Futterspenden abgeben", sagt Renate Tratter. Manche nehmen bei ihrem Einkauf eine Dose Hunde- oder Katzenfutter mehr mit und bringen sie dann vorbei. Wer mehr Futter spenden will, bei dem wird es auch abgeholt.

Rund zehn Leute sind ehrenamtlich im Einsatz, damit das Futter am Ende dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird. "Drei bis vier Leute packen das Futter ab", sagt Renate Tratter. Das Trockenfutter wird in Kiloportionen abgefüllt, damit es nachher nach Bedarf verteilt werden kann. "Kleine Hunde brauchen natürlich weniger als große." Jeden dritten Montag im Monat sind von 14.45 bis 16.15 Uhr fünf bis sechs Ehrenamtliche damit beschäftigt, das Futter auf dem Peter-Höfer-Platz auszugeben. "Das ist bei uns wie bei der Menschen-Tafel", erklärt Tratter.

Die Leute müssen einen Solingen-Pass oder einen Hartz IV-Ausweis vorweisen. Der Bedarf ist groß. "Wir verteilen allein 120 Kilo Trockenfutter für Hunde und 100 Kilo Trockenfutter für Katzen." Dazu kommt noch das Nassfutter. "Im Winter haben die Tiere mehr Hunger", weiß Renate Tratter, "da müssen sie mehr Fett haben."

Doch nicht nur Hunde und Katzen gehören zu den "Kunden". "Wir haben auch zwei Frettchen", sagt Tratter. Und Bedarf für Kleintiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen wird verteilt. Über das Futter hinaus werden Decken, Körbchen und Katzenklos weitergegeben. "Alles, was wir gespendet bekommen", so Tratter.

Besonders gefragt ist Katzenstreu und wenn es Frühling wird, sind es Mittel gegen Zecken und Flöhe. "Das können sich die Leute nicht leisten."

Spenden sind also dringend erwünscht und können von 9 bis 18 Uhr im Frisiersalon am Untersberg (Kibitzweg 5) abgegeben werden. "Wir suchen aber auch Helfer", sagt Tratter, "vor allem zum Futter abpacken und Einsammeln." Der Verein hat nur 25 Mitglieder und würde sich über Zuwachs freuen.

Quelle: RP
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