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Serie 24 Stunden - 24 Menschen
Immer im Einsatz auf der Feuerwache I

Serie 24 Stunden - 24 Menschen: Immer im Einsatz auf der Feuerwache I
Jeden Morgen muss der Einsatzleitwagen, das Bindeglied zwischen Führung und Leitstelle, kontrolliert werden. FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Thomas Bartz ist Disponent in der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle der Städte Solingen und Wuppertal. Seine Aufgaben als Führungsassistent auf der Wache sind umfangreich. Der 49-Jährige hat bei der Feuerwehr seinen Traumberuf gefunden. Von Maxine Herder

Thomas Bartz hat an diesem Morgen schon viel geschafft: Bereits um 6.30 Uhr war er auf der Feuerwehrwache I an der Katternberger Straße. Mit der Kontrolle des Einsatzleitwagens in der Rettungshalle ist er bereits fertig. Jeden Tag als erstes muss der geräumige Van, der im Einsatz als Organisationszentrale und Bindeglied zwischen Führung und Leitstelle dient, komplett überprüft werden: Computer, Drucker, Telefon und Fax ebenso wie ein elektrisches Thermometer oder eine Wärmebildkamera, wie Blaulicht und Funk.

Jeden Montag werden darüber hinaus Öl, Wasser, Reifen und die Technik des Fahrzeugs überprüft. "Der Wagen muss jederzeit einsatzbereit sein", sagt Thomas Bartz, Feuerwehrmann und Disponent in der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle der Städte Solingen und Wuppertal. Ein Disponent besetzt den Einsatzleitwagen, an diesem Tag ist Thomas Bartz als Führungsassistent eingeteilt. Seine Aufgaben sind umfangreich - und jede Schicht ist zeitlich straff getaktet: Dienstbeginn um 7 Uhr, Übergabe mit dem gehobenen Dienst um 7.15 Uhr, um 7.30 Uhr ist Schichtbeginn für die Wachabteilung mit acht Brandschützern und zwei Rettungsdienstlern, um 8.15 Uhr beginnt die tägliche Dienstbesprechung. 24 Stunden werden Thomas Bartz und seine Kollegen im Dienst sein. Ertönt der eindringliche Gong einer Alarmierung müssen sie in zwei Minuten ausrücken können - egal, um welche Zeit.

Mittlerweile ist es kurz nach neun, in der gemeinsamen Besprechung wurde festgelegt, was an diesem Tag auf Wache I zu tun ist, wo etwas repariert werden muss, wo Säuberungsarbeiten anstehen. Nach dem Frühstück beginnt um 9.15 Uhr der Arbeitsdienst: Täglich wird vormittags und nachmittags in der Schlauchwäscherei gearbeitet, hier werden die Schläuche, die kürzesten fünf, die längsten 30 Meter lang, aller Solinger Feuerwehrwachen in Metallwannen gewaschen, geprüft, bei Bedarf repariert und schließlich für rund eine Woche im Schlauchturm aufgehängt. "Nach Einsätzen werden sie mit einem Lkw an der Einsatzstelle eingesammelt und hierher gebracht", erklärt Thomas Bartz.

Feuerwehrmann Thomas Bartz an seinem Arbeitsplatz in der Leitstelle der Feuerwache I an der Katternberger Straße- FOTO: Martin Kempner

Jede Wache hat ihre Aufgaben: In der Feuerwache Wald beispielsweise ist die Atemschutzwerkstatt angesiedelt. Je nach Qualifikation - alle Feuerwehrleute haben eine handwerkliche Ausbildung - führen die Kollegen außerdem Reparaturen oder Instandsetzungsarbeiten an Gebäuden oder Fahrzeugen durch. Thomas Bartz ist gelernter Maler und Lackierer, andere Feuerwehrmänner haben Schreiner oder Kfz-Mechaniker gelernt. Über seinen ursprünglichen Beruf, erzählt der 49-Jährige, sei er zur Feuerwehr gekommen: Zunächst zur Werkfeuerwehr seines damaligen Arbeitgebers, dann zur öffentlichen Feuerwehr, im Jahr 2000 wechselte Bartz nach Solingen, wurde erst Ober-, dann Hauptbrandmeister, absolvierte den Führungslehrgang und ist zudem Ausbilder im Rettungsdienst.

"Ich habe bei der Feuerwehr meinen Traumberuf gefunden", sagt Bartz. Wenn er im Dienst ist, gibt er 150 Prozent. "Denn wenn es hier um etwas geht, dann geht es um Menschenleben", sagt der Vater einer Tochter und Großvater eines Enkels. In der Mittagspause erwartet ihn heute eine ganz besondere Aufgabe: Er ist dran mit dem Kochen, Sahne-Zwiebel-Schnitzel mit Kroketten wird er für die Kollegen zubereiten. Ist der Arbeitsdienst am Nachmittag absolviert, stehen eineinhalb Stunden Dienstsport im Sportraum in der Wache auf dem Programm. Laufbänder, Stepper oder Hantelbänke stehen den Feuerwehrleuten hier zur Verfügung.

"Wir müssen fit sein", sagt Thomas Bartz, "es darf schließlich nicht sein, dass ein Feuerwehrmann, der in den vierten Stock zu einem Einsatz muss, dort selbst erst einmal Hilfe benötigt." Um 18.30 Uhr beginnt die Bereitschaftszeit, die in der Wache frei gestaltet werden kann. Thomas Bartz nutzt die Zeit, um Fachliteratur zu lesen, um seinen Unterricht an der Rettungsdienst-Schule vorzubereiten. Nachts wird geruht, und auch dann sind die Feuerwehrleute jederzeit bereit, unverzüglich auszurücken.

Jetzt jedoch steht erst einmal noch jede Menge Arbeit an. Es ist inzwischen fast zehn Uhr, und bisher ist alles ruhig geblieben in der Feuerwache I.

Quelle: RP
 
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