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Solingen
Immobilien- und Standortgemeinschaft Ohligs kann kommen

Solingen. Der lange Atem hat sich offenbar bezahlt gemacht: "Der nächste große Schritt für Ohligs ist getan", frohlockte gestern Dr. Teut-Achim Rust vom Vorstand des Vereins "Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Solingen-Ohligs." Von Alexander Riedel

Der kann die Planung seines Vorhabens, den Kern des Stadtteils mit Mitteln sämtlicher Eigentümer aus einem abgesteckten Bereich aufzuwerten, nun vorantreiben. Denn aus der jüngsten Beteiligung der betroffenen Immobilienbesitzer geht hervor, dass nur noch 19,4 Prozent der Befragten das Projekt ablehnen - zu wenig, um die ISG zu verhindern. Das wäre nur bei einer Widerspruchsquote von mehr als einem Drittel möglich gewesen. Nach dem negativen Votum des Vorjahres hatten die Begründer der ISG das Plangebiet deutlich reduziert - es umfasst künftig nur noch das unmittelbare Umfeld der Düsseldorfer Straße als Hauptgeschäftsader des Stadtteils.

580.000 Euro sollen in den nächsten fünf Jahren zusammenkommen, um die Fußgängerzone aufzuwerten, etwa mit einem stimmigen Lichtkonzept, der Schaffung barrierefreier Zugänge zu den Geschäften oder Maßnahmen zur Behebung von Leerständen. Bereits jetzt kümmert sich ein vierköpfiges Team der Awo, das unter anderem durch den ISG-Verein unterstützt wird, um die Reinigung der öffentlichen Flächen im Ortskern. Auch Handlungsfelder wie "Standortprofil und Marketing" oder "Verkehr und Orientierung" stehen bei der ISG auf der Agenda. Originäre Zuständigkeiten der Stadt werden von den Maßnahmen hingegen nicht berührt. Zu den Kooperationspartnern des Vereins um Dr. Teut-Achim Rust, Jörg Bergmann und Dr. Thorsten Meis gehören neben Stadt, Industrie- und Handelskammer und Sparkasse auch andere Ohligser Vereine. "Alle sind eingeladen, sich einzubringen", betonte Bergmann. Bis es losgeht, werden indes noch einige Monate vergehen: In den nächsten Wochen müssen der ISG-Verein und die Stadt noch einen öffentlich-rechtlichen Durchführungsvertrag abschließen. Anfang 2017 stehen dann die politischen Beratungen in Bezirksvertretung, Planungsausschuss und Rat auf dem Programm. Ist alles unter Dach und Fach gebracht, werden die Eigentümer die ersten Abgabenbescheide in ihren Briefkästen finden.

Die Ohligser ISG ist eine gesetzliche Gemeinschaft, das bedeutet, dass sich letztlich auch jene Eigentümer an den Kosten der festgelegten Maßnahmen beteiligen müssen, die sich zuletzt gegen das Vorhaben stellten. "Es war uns wichtig, dass alle an einem Strang ziehen, weil die Aufwertung des Stadtteils im Interesse der Eigentümer ist", betonte Thorsten Meis. Der Obolus pro Jahr soll in Ohligs bei 0,95 Prozent des Einheitswertes der jeweiligen Immobilie liegen. Derartige Gemeinschaften gibt es in NRW aktuell sechs. "Die Erfahrung anderer Städte hat gezeigt", sagte Teut-Achim Rust in Richtung der bisherigen ISG-Gegner, "dass bei einer Neuauflage nach fünf Jahren mehr Eigentümer mitmachen wollten."

Quelle: RP
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