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Solingen
Indischer Pfarrer hilft Katholiken

Solingen: Indischer Pfarrer hilft Katholiken
Pfarrer Vincent Jesu aus Indien unterstützt noch bis Ende August die Pfarreiengemeinschaft Mitte-Nord. FOTO: martin kempner
Solingen. Vincent Jesu unterstützt in diesem Monat und im August die Pfarreiengemeinschaft Mitte-Nord. Zuvor arbeitete er elf Jahre lang als Kaplan in Italien im Bistum Teramo-Atri in der Region Abruzzen. Von Benjamin Dresen

Vincent Jesu lacht herzlich, als er - wohl nicht zum ersten Mal - auf seinen für einen Pfarrer passenden Nachnamen angesprochen wird. "Bei den Katholiken in Indien nimmt jedes Kind den Vornamen seines Vaters als Familiennamen an", erklärt er geduldig. Seit Anfang dieses Monats und noch bis Ende August unterstützt der indische Priester die Solinger Pfarreiengemeinschaft Mitte-Nord (MiNor). Sein Dienstplan für die zwei Monate ist gut gefüllt, jeden Tag stehen dort mehrere Termine, bei denen er eingeplant ist: Eine Beerdigung führte er schon allein durch, er leitete vergangenen Freitag die Messe in St. Engelbert und am Sonntag in St. Clemens.

Jeden Tag feiert Vincent Jesu mit Pfarrer Reiner Stein die Messe im Zentrum Frieden an der Wupperstraße, wo er für die Zeit in Solingen wohnt, um möglichst viel Praxis zu bekommen. "Die Leute helfen mir sehr", freut er sich über den warmen Empfang, den ihm die Pfarreiengemeinschaft bereitet hat.

Ursprünglich stammt Pfarrer Jesu von der Insel Rameswaram, die an der Südspitze des Subkontinents dem Inselstaat Sri Lanka gegenüberliegt. Nach der Grundschule war er zehn Jahre lang Fischer, wie schon sein Vater, bevor er ins Priesterseminar ging und er 1994 zum Priester geweiht wurde. In seinem Heimatbistum Sivagangai war er danach zehn Jahre lang erst Kaplan und Pfarrer sowie Leiter der Diözesanschulen und des Waisenhauses. Mit dem Ziel, in die Mission zu gehen, lernte Jesu 2003 Deutsch, Italienisch und Französisch.

Mit seinem Sprachwissen arbeitete er von 2004 bis 2015 in Italien im Bistum Teramo-Atri in der Region Abruzzen als Kaplan und Krankenhauskaplan. Auch im katholisch geprägten Italien seien Kirchen nur sonntags gefüllt gewesen, berichtet er. "In St. Clemens und in St. Mariä Himmelfahrt war es sonntags voll, das war nicht schlecht", berichtet Jesu von den Messen in Solingen.

Bei der Messe in St. Mariä Himmelfahrt in Gräfrath predigt er auch zum ersten Mal selbst auf Deutsch. Bange ist ihm davor nicht: "Angst blockiert nur unseren Weg", sagt Vincent Jesu.

Er freut sich über jede Gelegenheit, sein Deutsch wieder aufzufrischen, das er beim Kurs des Goethe-Instituts in Pune lernte. "Ich habe es in meiner Zeit in Italien nicht üben können." Zum ersten Mal in Deutschland war Jesu 2005 beim Weltjugendtag in Köln. "Die deutsche Kultur und Sprache gefallen mir sehr gut", sagt er mit Überzeugung.

Wie es für ihn weitergeht, wenn seine Mission in Solingen abgeschlossen ist, weiß er noch nicht. "Ich muss mit meinem Bischof in Indien besprechen, wohin es danach geht."

Quelle: RP
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