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Solingen
Integration: Sternstunden des Ehrenamts

Solingen. Das Integrationszentrum lud ehrenamtliche Mitarbeiter als Dank für ihre Arbeit zu einem Fest ins Industriemuseum ein. Von Benjamin Dresen

"Was wäre das Hauptamt ohne das Ehrenamt?", fragte Bürgermeister Ernst Lauterjung in die Runde. Die Frage beantwortet sich von selbst. Das weiß auch der Stadtdienst Integration mit dem Kommunalen Integrationszentrum. "Wir wollen danke sagen für ihr tolles Engagement", brachte es die städtische Integrationsbeauftragte Anne Wehkamp auf den Punkt und eröffnete das Dankes-Fest für die ehrenamtlich Engagierten im Industriemuseum. Im bescheidenen Rahmen und industriellen Ambiente kamen rund 140 Gäste zusammen.

Die geladenen Ehrenamtlichen sind in den verschiedensten Bereichen engagiert: in der Flüchtlingsarbeit, bei der Sprachförderung, als Übersetzer, in der Leseförderung, im Förderverein des Integrationszentrums oder im Zuwanderer- und Integrationsrat. "Entscheidend ist, sich im Sinne der Menschen zu engagieren", sagt Anne Wehkamp. "Man könnte viele Bereiche und Tätigkeiten hervorheben, aber auf dieses dünne Eis begebe ich mich nicht."

Der Abend statt unter dem Motto "Sternstunden des Ehrenamts". Um diese Sternstunden - großartige Erlebnisse - aus ihrer Arbeit mit den Gästen zu teilen, berichteten einige Engagierte von diesen kleinen, besonderen Momenten. Eingeleitet wurden die Erlebnisberichte von den Mitarbeiterinnen des Integrationszentrums jeweils mit einem kleinen Gedicht in verschiedenen Sprachen. Sie handelten, passenderweise, von Sternen.

Beate Kunisch arbeitet als Vorlesepatin und im Vorleseclub des Mehrgenerationenhauses. Dort las sie Schulkindern mit Migrationshintergrund ein Bilderbuch über Sankt Martin vor. Im Anschluss sprach sie mit den Kindern über das Thema "Teilen". "Wie fühlt es sich an?", fragte sie. Ein serbischer Junge meldet sich: "Das wird dann so warm im Bauch." "Danach ging ich mit einem warmen Gefühl in der Mitte meines Körpers nach Hause", berichtet Beate Kunisch.

Für Stefanie Leo, die spontan von ihren "Sternstunden" erzählte, gab es gleich mehrere Glanzlichter. Etwa, als es ihr gelang, in der Kleiderkammer für einen Jugendlichen ein Paar Schuhe in Größe 48 zu finden. Oder wenn in der Gesprächsrunde "Dialog in Deutsch" in der Stadtbibliothek Menschen aus neun Nationen sich in deutscher Sprache unterhalten. Und nicht zuletzt denkt sie bei Sternstunden an den engen Kontakt zu einer syrischen Familie, in der sie sich als "angenommene Tante" fühlen darf.

Emine Kaya wollte mit den Gästen "zwei Sterne teilen". Nach dem islamischen Opferfest Ende September organisierte sie ein Straßenfest für Flüchtlinge. "Die Kinder freuten sich so über einen Stift oder ein Heft", erzählte sie gerührt. Die andere Sternstunde erlebt Emine Kaya regelmäßig als Förderkraft in zwei Schulen: "Da kommen mir die Sterne entgegen, die kann man nicht beschreiben oder bezahlen."

Quelle: RP
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