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Solingen
Interessenten für Grossmann-Gelände

Solingen: Interessenten für Grossmann-Gelände
Die Arbeit bei Grossmann wurde längst eingestellt - die Hallen sind nun größtenteils leer. FOTO: Kempner
Solingen. Die Bodenuntersuchung für das Grundstück der insolventen Firma Grossmann an der Wittkuller Straße in Wald lässt weiter auf sich warten. Vor einer neuen Nutzung des Areals muss der Boden aber frei von Schadstoffen sein. Von Uwe Vetter

Der Großteil der Hallen der insolventen Eisen- und Stahlgießerei Grossmann an der Wittkuller Straße in Wald ist leergezogen. "Es gibt Interessenten für das Grundstück und die Hallen", sagt Insolvenzverwalter Marc d'Avoine. Darunter sind aber auch einige, "die mit möglichst wenig Mitteln das große Gelände" erwerben möchten.

Immerhin ist das Grossmann-Gelände rund 43.000 Quadratmeter groß, und sowohl der Insolvenzverwalter, die Bank als wirtschaftlich Berechtigte als auch die Stadt Solingen stehen von daher im engen Dialog. "Es hat bereits diverse Gespräche gegeben, wir wollen für die Stadt und die Bank sowie ersten Interessenten eine vernünftige Lösung finden", erklärt die Insolvenzverwaltung im Gespräch mit unserer Redaktion und ergänzt: "Wir wollen eine schöne Entwicklung für Solingen. Alle Beteiligten zeigen ein hohes Maß an Mitwirkung."

Doch bevor ein verwertbares Konzept überhaupt präsentiert werden kann, muss eine entsprechende Bodenuntersuchung darüber aufklären, inwieweit der Boden des Gießereigeländes belastet ist. Voruntersuchungen hätten laut Marc d'Avoine jedoch ergeben, dass kein akuter Handlungszwang bestehe. "Wir sind nicht untätig", sagt der Insolvenzverwalter. "Es gab eine sogenannte historische Recherche", sagt Birgit Wenning von der städtischen Pressestelle. Die erfolgte aufgrund der Akten- und Datenlage, es wurden Arbeitsabläufe angeschaut mit dem Ziel, wo wahrscheinlich etwas im Boden sein könnte.

Klar ist: Das Gelände muss vor einer neuen Nutzung frei von wassergefährdenden Stoffen sein - der Boden darf nicht belastet, das Grundwasser nicht verunreinigt sein. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass Schadstoffe im Boden wie im Grundwasser sind, zumal es sich in all den Jahren um ein Gießerei-Gelände gehandelt hat.

Die historische Recherche allein reicht nicht aus, sie ist lediglich eine Vorstufe. "Nächster Schritt ist die Bodenuntersuchung mit Bohrungen und Analysen", sagt Peter Vorkötter vom Stadtdienst Natur und Umwelt. Eingegrenzt auf bestimmten Grundstückspunkten würden die vorgenommen. "Das alles läuft im Rahmen des Stilllegungsverfahrens", sagt Vorkötter, "und das ist noch nicht abgeschlossen." Herr des Verfahrens ist hier die Bezirksregierung. "Und für uns ist es schwierig, hier zeitlichen Druck aufzubauen", sagt Vorkötter.

Ein konkretes Bodengutachten ist aber erforderlich, um abschätzen zu können, welche Maßnahmen mit Blick auf eine weitere Nutzung des über 40.000 Quadratmeter großen Geländes in Angriff genommen werden müssen. "Eine weitere Gießerei ist hier unrealistisch", sagt Marc d'Avoine.

Die hatte bisher Bestandsschutz. Aber alles, was jetzt neu kommt, unterliegt dem heutigen Baurecht. Selbst wenn die Grossmann-Hallen erhalten bleiben, muss eine Nutzungsänderung beantragt werden, heißt es. Möglich ist auch Wohnbebauung - zumindest in Randbereichen des Geländes. Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat sich dafür ausgesprochen, das Areal weiter gewerblich zu nutzen. Aber auch dafür wäre eine vorherige Nutzungsänderung unabdingbar. "Alle sind an einer guten Lösung interessiert", betont der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol. Dafür stehe man "im ständigen Kontakt" mit dem Insolvenzverwalter und der Bank.

Quelle: RP
 
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