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Solingen
ISG in Ohligs startet zweiten Versuch

Solingen. Das Timing hat offensichtlich gestimmt: Fast pünktlich zur Diskussion in der Bezirksvertretung über ein Gesamtkonzept für die Aufwertung der Düsseldorfer Straße übergab der Verein Immobilien- und Standortgemeinschaft Solingen-Ohligs (ISG) das neue Maßnahmenpaket für den zweiten Anlauf seines Projektes Vertretern der Stadt. "Gerade jetzt, wo sich vieles im Ohligser Ostteil tut, muss auch im Umfeld der Düsseldorfer Straße etwas passieren", bekräftigte Dr. Teut-Achim Rust vom Vorstand des Vereins. Mitstreiter Jörg Bergmann fügte hinzu: "Wir sehen das große Potenzial, uns deutlich besser aufzustellen." Die ISG soll Mittel aus Beiträgen der Eigentümer auf einem festgelegten Areal über einen Zeitraum von fünf Jahren bündeln, um dort konkrete Verbesserungen für den Standort umzusetzen - von einem stimmigen Lichtkonzept über flächendeckende Barrierefreiheit an den Ladenlokalen bis hin zur einheitlichen Werbung. Von dem Zusammenschluss sollen alle Eigentümer im ISG-Gebiet profitieren. "Wir haben in Gesprächen deutlich gemacht, dass die Aufwertung der Umgebung letztlich auch mit höheren Mieteinnahmen verbunden sein wird", erklärte Rust. Von Alexander Riedel

Solche Argumente hatten jedoch zunächst bei vielen betroffenen Eigentümern nicht verfangen: Bei einem ersten Anlauf für die Gemeinschaft hatten sich im vergangenen Jahr 38 Prozent gegen das Vorhaben ausgesprochen. Damit war die ISG erst einmal gescheitert - es darf nicht mehr als ein Drittel gegen das Projekt votieren. Eine mögliche Erklärung für die Ablehnung: Viele Eigentümer besaßen lediglich Wohnungen am Rande des Ohligser Zentrums, hätten womöglich kaum von den Maßnahmen profitiert und waren daher nicht bereit, den Obulus von 0,95 Prozent des Einheitswertes ihrer Immobilie pro Jahr über fünf Jahre hinweg zu zahlen. Daraus zogen die Initiatoren Konsequenzen: Sie beschränkten das Plangebiet auf die Düsseldorfer Straße mitsamt Marktplatz und Wilhelmstraße - die Bereiche, in denen Geschäftsleute ihre Kunden anziehen wollen. Dadurch betrifft die ISG nur noch gut 100 anstatt der zuvor mehr als 400 Eigentümer. Das Investitionsvolumen für das Projekt verringert sich dadurch von 960.000 auf 580.000 Euro. Es gehe nicht darum, originäre Zuständigkeiten der Stadt wie etwa die Sanierung des Straßenpflasters zu übernehmen, stellte Jörg Bergmann klar. Vergleichbare Projekte hätten sich in der Regel als überaus erfolgreich erwiesen, sagte Rust: "Die anderen ISGs, die wir kennengelernt haben, wurden entweder vergrößert oder haben weitere ISG-Gründungen im Umfeld nach sich gezogen."

Die Stadt wird sich mit dem neuen Maßnahmenpaket befassen und ab den Sommerferien die betroffenen Eigentümer anschreiben. Spezielle Flyer sollen die Vorzüge noch einmal verdeutlichen. Wenn alles nach Plan läuft, soll im Jahr 2017 das erste Geld für die Aufwertung der Ohligser Innenstadt fließen.

Quelle: RP
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