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Solingen
Ittertal: Haaner Bürger sind gefragt

Solingen. In der Nachbarstadt hatte man sich 2015 gegen die Ausweisung von neuen Gewerbeflächen ausgesprochen. Bis 7. Oktober läuft eine Bürgerbeteiligung. Von Christoph Schmidt

Das geplante Gewerbegebiet Ittertal beschäftigt die Solinger und Haaner schon seit Jahren. Der Regionalrat hat die Einleitung eines zweiten Beteiligungsverfahrens beschlossen. Darauf weist Meike Lukat, Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH), hin. Alle Haaner haben jetzt die Möglichkeit, vom 1. August bis 7. Oktober bei der Kreisverwaltung Mettmann eine Stellungnahme mit Anregungen und Bedenken abzugeben. Via Internet können die Unterlagen unter dieser Adresse eingesehen werden: www.brd.nrw.de/planen_bauen/regionalplan. Auf Antrag der WLH hatte sich der Rat der Stadt Haan am 17. März 2015 einstimmig gegen die von der Stadt Solingen geforderte Ausweitung der Gewerbeflächen im Bereich des Ittertals ausgesprochen.

Der Konflikt um die Entwicklung im Ittertal schwelt seit nunmehr vier Jahren: 2012 hatte die Stadt Solingen die Gebiete Keusenhof, Buschfeld, Fürkeltrath II und Piepersberg-West als neue Gewerbeflächen bei der Bezirksregierung Düsseldorf zur Aufnahme in den Regionalplan angemeldet. Seitdem wehren sich Bürger gegen das Vorhaben: Sie sehen den Naturraum in Gefahr und befürchten neben einem Verlust der Erholungsfunktion auch negative Auswirkungen auf das Stadtklima. Letzteres relativierte allerdings die am Gesamtgutachten beteiligte Klimatologin Dr. Monika Steinrücke von der Ruhr-Universität Bochum: Gravierende Auswirkungen einer Bebauung auf die Kaltluftversorgung umliegender Wohngebiete seien nicht zu befürchten - zumindest, wenn man bei der Umsetzung der Gewerbeflächen auf genügend grüne Schneisen und emissionsarm arbeitende Betriebe achte. Gegner der Planungen mochten sich mit dieser Erklärung jedoch nicht abfinden.

Ingo Hill, Sprecher von "Rettet das Ittertal", meinte, zusätzliche Gewerbegebiete verleiteten ortsansässige Firmen dazu, ihre Standorte zu verlagern, ohne weitere Arbeitsplätze schaffen. Dem hielt der Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, entgegen, für einige Unternehmen sei der Umzug in ein neu geschaffenes Gebiet angesichts diverser Schwierigkeiten an ihrem jetzigen Standort die einzige Möglichkeit, um überhaupt in Solingen zu bleiben oder zu wachsen. Zudem böten die frei gewordenen Flächen neue Kapazitäten.

Als relativ günstig bewertet das Gutachten die Standorte Fürkeltrath II und Piepersberg-West in Gräfrath. Nicht weiter verfolgt werden sollten Keusenhof in Ohligs wegen der zu teuren Erschließung und Buschfeld in Wald aufgrund der größten ökologischen Bedenken. Das Gesamtgutachten zum Ittertal wurde im März in Wald den Bürgern vorgestellt. Die WLH war auch dabei, so Meike Lukat: "Wir fordern wie die Bürgerinitiative, dass die Lebensqualität für Haan bewahrt werden muss, die Grünflächen zu erhalten sind und somit der Naherholungsraum Ittertal zu sichern ist." Alle Anregungen sollen in die Beratungen der politischen Gremien einfließen. "Nun ist die Politik am Zug", betonte Dr. Klaus Strehlau, Leiter des Solinger Stadtdienstes Natur und Umwelt.

Quelle: RP
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