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Solingen
Ittertal: Investitionsstau bereitet Sorgen

Solingen: Ittertal: Investitionsstau bereitet Sorgen
Stefanie Raschke (r.) nutzte mit ihren Kindern Yvonne und Lenny das schöne Wetter am Mittwoch zu einem Ausflug ins Freibad Ittertal. Die Betreiber hoffen nun auf einen Sommer-Endspurt. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Saison 2017 ist sowohl in der Heide, als auch im Ittertal bislang eher durchwachsen. Der Spätsommer könnte die Bilanz noch verbessern. Von Martin Oberpriller und Uwe Vetter

Das schöne Wetter gestern machte Lust auf mehr. Bei sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein steuerten endlich mal wieder mehr Gäste als in den zurückliegenden Wochen die Solinger Freibäder an. Sowohl das städtische Heidebad, als auch das Freibad Ittertal des gemeinnützigen Fördervereins Ittertal waren relativ gut besucht.

Wobei nach dem Dafürhalten der Verantwortlichen noch reichlich Luft nach oben besteht. "Wir hoffen, dass das gute Wetter in den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien hält", sagte beispielsweise Bernd Reinzhagen als Vorsitzender des Ittertal-Vereins am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Denn erfahrungsgemäß läuft der Unterricht in den Schulen eher langsam an, so dass viele Kinder und Jugendliche zu Beginn des Schuljahres noch genügend Zeit für einen Ausflug in die Freibäder haben.

Das Ittertal, das 2017 bislang rund 20.000 Gäste begrüßte, ist jedenfalls vorbereitet auf einen "goldenen September". "Wir halten unser Bad für die Schwimmer in diesem Jahr wieder so lange offen, wie das Wetter mitspielt und es sich für uns lohnt", bekräftigte Vereinschef Reinzhagen, der jede zusätzliche Einnahme gut gebrauchen kann. Der Hintergrund: Der Investitionsstau auf der Anlage beläuft sich Schätzungen zufolge mittlerweile auf einen Betrag, der in die Hunderttausende geht.

Auf der Liegewiese des Heidebades taten sich gestern Mittag noch einige Lücken auf. FOTO: Kempner

"Wenn an der Technik etwas kaputtgeht, haben wir ein Problem", konkretisierte Bernd Reinzhagen die Sorgen, mit denen sich er und seine Mitarbeiter rumzuschlagen haben. Zumal aus dem Rathaus weiter keine zusätzliche Hilfe zu erwarten ist. "Die finanzielle Lage der Stadt lässt das nicht zu", sagte Reinzhagen.

Vor einigen Jahren war dem Freibad Ittertal der bis dahin gewährte Zuschuss gestrichen worden. Seitdem dürfte sich der Betrag, den die Stadt spart, und der gleichzeitig dem gemeinnützigen Verein fehlt, auf eine siebenstellige Summe belaufen, schätzte Bernd Reinzhagen am Mittwoch, ohne sich darüber beklagen zu wollen. Denn immerhin, so der evangelische Pfarrer, helfe die Verwaltung in vielen anderen Bereichen aus.

Was wiederum - zusammen mit dem Engagement von Sponsoren wie der Stadt-Sparkasse - mit dazu beiträgt, dass der Verein allen Widrigkeiten zum Trotz gut aufgestellt ist. "Unsere Decke ist momentan nicht zu kurz", unterstrich Vorsitzender Reinzhagen.

Er selbst wird sein Amt im kommenden Jahr aufgeben. "Zehn Jahre der ehrenamtlichen Betätigung reichen dann", betonte Reinzhagen, unter dessen Ägide im Jahr 2008 - nach der Insolvenz der Vorgängerorganisation - die gemeinnützige "Neue Arbeit Ittertal" aufgebaut wurde.

Einen ordentlichen Besucherandrang verzeichnete derweil gestern auch das Heidebad. Dennoch: Nach einem "superguten Saisonstart im Mai", so die Chefin der Solinger Bädergesellschaft, Kirstin Olsen-Buchkremer, machte das Wetter dem städtischen Betreiber des Bades einen gehörigen Strich durch die Rechnung. "Der Juni war noch ganz in Ordnung, aber der Juli war absolut schlecht", sagte Olsen-Buchkremer.

Bislang kamen - wie im Ittertal - rund 20.000 Badegäste in die Heide, 25.000 waren es in der Vorsaison. "Wir hatten elf Tage, an denen nicht ein Besucher kam, darüber hinaus 26 Tage mit unter 20 Schwimmern im Heidebad", unterstrich Olsen-Buchkremer mit Blick auf die eher durchwachsene Saison, in der das Heidebad bei schlechter Wetterlage zudem einige Tage ganz geschlossen blieb. Gut funktioniert hat diesbezüglich auf Facebook auch eine sogenannte Freibad-Ampel, die anzeigte, ob das Heidebad geöffnet ist - oder eben nicht.

Dabei nehmen nicht nur Badegäste, sondern auch Wildgänse das Heidebad in Beschlag. Wobei letztere allerdings nicht in der Besucherbilanz auftauchen und diese somit nicht verbessern. Gleichwohl sind die Freibad-Mitarbeiter fast jeden Tag damit beschäftigt, die Hinterlassenschaften der Gänse zu entsorgen.

Abhängig vom Wetter macht Olsen-Buchkremer die Öffnungszeit des Freibades. Hier will man in 2017 flexibel reagieren. "Geplant ist, Anfang September die Saison im Heidebad zu beenden. Sollte aber ein Hoch kommen, verlängern wir die Saison", kündigte die Geschäftsführerin der Bädergesellschaft an. Nach der Schwimmsaison wird in beiden Solinger Bädern in jedem Fall wieder Hundeschwimmen angeboten.

Quelle: RP
 
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