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Solingen
Jagd im Botanischen Garten auf den Buchsbaumzünsler

Solingen. Ausgerechnet der "immergrüne" Buchsbaum macht vielen Hobbygärtnern Sorge: Todkrank sieht er mancherorts aus, wie verdorrt, ist mit einem Gespinst überzogen, das schädlichen Befall signalisiert. "Buchsbaumzünsler" heißt das Insekt, das in diesem Jahr in großen Teilen Solingen fast flächendeckend zum Fraß übergegangen ist.

So mancher Gartenfreund hat den Kampf aufgegeben und die Buchsbäume entfernt. Die mehrfach häutende, gefräßige Raupe des Kleinschmetterlings "Glyphodes perspectalis" hat dafür gesorgt, dass Buchsbäume ganz vergilbt nur noch ein trauriges Bild abgeben.

Auch im Botanischen Garten ist der aus Ostasien eingeschleppte Zünsler am Werke. Einige Ehrenamtler rückten in der vorigen Woche unter der Leitung von Carmen Dörner der Raupe beziehungsweise seiner Larvenstadien zuleibe. Da sich der Einsatz von Chemikalien ausschloss und biologisches Fraßgift nicht nachhaltig wirksam ist, blieb nur das schlichte Einsammeln als Methode.

Mehrere systematisch geplante Einsätze wären notwendig, um dem Zünsler seinen Larvenstadien von zwei bis drei Generationen pro Jahr den Garaus zu machen. Unterstützen könnten einige Singvögel wie Sperlinge, Rotkelchen oder Rotschwänzchen sowie Skorpionsfliegen, Wespen und Hornissen. "Auch der Buchs selbst könnte eine Resistenz entwickeln", erklärt Dr. Rainer Sinz. "Welchen Erfolg dieser und weitere Einsätze haben werden, wird sich im Botanischen Garten in den nächsten Jahren zeigen.

(red)
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