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Solingen
"Jesus Christus begegnet uns heute als Flüchtlingsfrau"

Solingen. Oberbürgermeister Tim Kurbach dankt bei Synode Kirchengemeinden für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe.

Die Hilfe für Flüchtlinge stand im Mittelpunkt der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises. "Jesus Christus begegnet uns heute als die Flüchtlingsfrau, die gestern in Solingen angekommen ist", formulierte Superintendentin Dr. Ilka Werner in ihrem Bericht. Das Leben Jesu, der nach biblischem Zeugnis seine Kindheit als Flüchtlingsjunge im ägyptischen Asyl verbracht habe, zeige, dass Gott für Flüchtlinge Partei ergreife. Wer Jesus Christus da suchen wolle, wo er sich heute zeige, so die Theologin vor der Synode, fange an, das Nötige zu tun und Flüchtlingen zu helfen. Sie sei darum dankbar, "dass so viele in unseren Gemeinden laut und deutlich sagen: Welcome refugees, willkommen Flüchtlingsfrau".

Der ganze Bericht von Superintendentin Werner ist auf der Website des Kirchenkreises unter "www.evangelische-kirche-solingen.de" zu finden.

Die Rupelrather Pastorin Petra Schelkes rief die Synodalen dazu auf, geeignete Gemeindeveranstaltungen für geflüchtete Menschen zu öffnen, um Begegnungen zwischen Solingern und Flüchtlingen zu ermöglichen: "Wir haben in Rupelrath damit sehr gute Erfahrungen gemacht." Auch zahlreiche Patenschaften, in denen sich Gemeindemitglieder einzelner Menschen oder Familien annähmen, seien so entstanden. Mehr als 100 Ehrenamtliche der Gemeinde engagierten sich mittlerweile in zwei Erstaufnahmeeinrichtungen. Für die oftmals durch Krieg und Gewalt in ihrer Heimat sowie durch die brutalen Umstände ihrer Flucht traumatisierten Menschen sei diese menschliche Zuwendung extrem wohltuend, berichtete Schelkes.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Tim Kurzbach in seinem Grußwort den evangelischen Gemeinden für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe gedankt. Kurzbach, der auch Vorsitzender des Diözesanrats im Erzbistum Köln ist, betonte die gemeinsame christliche Verantwortung für eine menschenwürdige Willkommenskultur in Solingen. Das Zeltdorf für mehrere hundert Bewohner müsste die Ausnahme bleiben. Stattdessen bat er die Gemeinden, angesichts der großen Herausforderungen noch einmal Möglichkeiten zur Aufnahme geflüchteter Menschen zu prüfen: "Es muss noch mehr gehen."

Als Beispiel nannte er die Evangelische Kirchengemeinde Wald, die eines ihrer Gemeindehäuser zur Verfügung stellt, um dort ab Mitte November 59 Menschen aufzunehmen. Diakonie Geschäftsführer Horst Koss regte an, auch über eigene Bauprojekte zur Errichtung von Aufnahmeplätzen nachzudenken.

(tws)
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