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Solingen
Jugendliche geraten ins Druckfieber

Solingen: Jugendliche geraten ins Druckfieber
Yannic Schroeder, Saskia Wilhelm, Manuel Oscar Gauchia Gesink, Leonie Seeger, Anja Spiegel, Niklas Schmuhl und Lara Herkenrath (von links) bei der Abschlussveranstaltung der Aktion "Gerate ins Druckfieber". FOTO: Martin Kempner
Solingen. In einem Kurs lernen die Schüler Siebdruck kennen und erfahren im Unternehmen CCL Design mehr über den Beruf. Von Maxine Herder

Am Ende wollten die Jugendlichen den Lehrstuhl für Druck- und Medientechnik an der Bergischen Universität in Wuppertal - vor allem die dortige Siebdruckmaschine - gar nicht mehr verlassen. Sie sind im Druckfieber - und das war auch so geplant: Im Zertifikatskurs "Gerate ins Druckfieber" des Gräfrather Unternehmens CCL Design, des Lehrstuhls für Druck und Medientechnik der Bergischen Universität Wuppertal und des Bergischen Schultechnikums (BeST) haben sich die sieben Jugendlichen aus Solingen, Remscheid und Wuppertal drei Tage mit dem Siebdruck, der Technik und den entsprechenden handwerklichen Verfahren beschäftigt.

Die Ergebnisse haben sie gestern nach einer Unternehmensführung bei CCL Design im Lindgesfeld präsentiert. Und die können sich sehen lassen: Klebe-Etiketten, T-Shirts und Stoffbeutel - bedruckt unter anderem mit einer bergischen Skyline und dem BeST-Roboter - haben die Schüler hergestellt und an der Uni gelernt, wie man eine Siebdruckmaschine bedient. "Ich kannte den Beruf Siebdrucker überhaupt nicht." Die Neuntklässlerin Saskia Wilhelm findet "es sehr interessant, gehört zu haben, wie gedruckt wird und was für eine Arbeit das ist". Das Handwerkliche, sagt die 15-jährige Widderterin, die zum ersten Mal einen BeST-Zertifikatskurs besucht, liege ihr. "Ich möchte später auch gerne einen handwerklichen Beruf lernen."

Auch Leonie Seeger und Yannic Schroeder sind von dem Kurs begeistert. "Ich finde es gut, dass wir selbst drucken durften. Das Kursangebot vom Schultechnikum gefällt mir sehr, insbesondere, weil das Angebot so umfangreich ist", sagt die 15-jährige Leonie. Für den 14-jährigen Yannic ist es bereits der vierte Kurs des Schultechnikums. "Es ist schön, dass man selbst ein Produkt herstellt, dass man danach in den Händen hält." Das Angebot des BeST sei hilfreich. "So erfährt man, was einem liegt oder vielleicht nicht so das Richtige ist."

Sie seien, sagt Katharina Wiechen vom Unternehmen CCL Design, sehr positiv überrascht sowohl von der Zusammenarbeit mit der Uni als auch von der Entwicklung der Jugendlichen, die mit sehr viel Spaß und Engagement bei der Sache seien. Allerdings hat die Teilnahme am BeST-Projekt für das Unternehmen, Hersteller von Designprodukten für die Automobilindustrie, auch einen ernsten Hintergrund: Nachwuchsmangel. In diesem Jahr hat das Unternehmen keinen Auszubildenden zum Siebdrucker finden können. "Wir hätten gerne Nachwuchs, aber wir finden keinen", sagt Werks- und Ausbildungsleiter Volker Bründer. Der Siebdruck, ergänzt Personalerin Sabine Thiel, sterbe aus.

"Der Ausgangspunkt, den Kurs anzubieten war deshalb auch, dass wir festgestellt haben, dass viele über den Beruf fehlinformiert sind", so Katharina Wiechen.

Genau das, sagt Daniya Belkheir, Kurskoordinatorin des BeST, sei ein Ansatzpunkt des Schultechnikums: "Viele handwerkliche Berufe sind den Jugendlichen gar nicht bekannt und sie wissen auch nicht, welche Unternehmen dahinter stehen." Zudem gehe es darum, Synergieeffekte zu schaffen: "Schüler lernen die ihnen bislang unbekannten Berufe kennen, Unternehmen können sich als potenzielle Arbeitgeber vorstellen und die Region profitiert davon, dass die Jugendlichen hier eine Zukunft finden."

Quelle: RP
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