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Walder Theatertage
Junge Künstler trotzen dem Regen

Walder Theatertage: Junge Künstler trotzen dem Regen
Trotz des strömenden Regens ließen sich die jungen Künstler der Friedrich-Albert-Lange-Schule beim Straßentheater nicht beirren. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Beim Straßentheater am Samstagmittag traten die Kurse der Friedrich-Albert-Lange-Schule dem widrigen Wetter professionell entgegen. Die Theatertage 2016 endeten am gestrigen Sonntag. Von Benjamin Dresen

Am Ende hatte es den Anschein, als sei der immer heftigere Regen Teil der Inszenierung. Die Schüler der Friedrich-Albert-Lange-Schule zogen ihre Theater- und Tanzaufführungen am Kirchplatz unbeeindruckt und mit enormer Professionalität durch. Keine Wackler, keine verzogenen Gesichter - schade nur, dass so wenige Zuschauer dieses besondere Straßentheater erlebten.

Florian Remmers muss seinen "Darstellen-und-Gestalten-Kurs" (DuG) der Klasse 6 bei Laune halten, ehe die Schüler schon vor ihrem Auftritt völlig durchnässt sind. "Kommt nochmal ins Trockene", ruft er. Michael und Tanja Hartmann haben sich unter ein Vordach untergestellt, sie warten auf den Auftritt ihrer Tochter. "Es ist eigentlich schade", sagen sie mit Blick auf die widrigen Bedingungen.

Als es losgeht, bilden die Zuschauer mit ihren Schirmen einen großen Kreis um den Walder Kirchplatz. Die Sechstklässler zeigen in schwarz-weiß geringelten Hemden den Matrosentanz aus "Timm Thaler und das verkaufte Lachen". Zu stampfendem Beat wechseln sie in ihrer ausdrucksstarken Vorführung zwischen Synchronität und Chaos. Beim Geistertanz wanken die Schüler, mit weißen Tüchern behangen, hin und her und hoben eine der Tänzerinnen in die Höhe. In diesem Schuljahr ist es für sie schon der vierte Auftritt. "Sie gewinnen immer mehr an Professionalität", freut sich Florian Remmers. Als sie fertig sind, stellen sich die Schüler nass und frierend unter.

Beim DuG-Kurs der Klasse 8 zieht sich der Kreis der Zuschauer enger zusammen, denn dessen Improvisationstheater muss ohne Mikrofone auskommen. Vier Schüler erhalten im Lauf ihres Auftritts permanent Regieanweisungen in Form von Filmgenres. Das gerät durchaus komisch, wenn das Fußballgucken daheim mit der Anweisung "Action" von der Polizei gestürmt wird, bevor beim Kommando "Romanze" das liebende Paar einen Eismann erblickt. "Einen mutigen Applaus, damit sie selbstbewusst im Regen tanzen können", fordert Moderatorin und Lehrerin Rahel Passon für den Projektkurs Tanz der Klasse 12. Der Regen hat nochmal zugelegt und das Wasser steht mittlerweile in Pfützen. Die jungen Erwachsenen zeigen sich beim Tanz "E-Motion" in angedeuteten Kostümen der 30er Jahre zu Swingmusik aber völlig unbeeindruckt, so als wäre dies eine Filmszene, in der der Regen die Dramatik noch steigert.

"Ich bin beeindruckt, dass die Schüler das machen. Das zeigt, mit wie viel Identifikation sie dabei sind", sagt die didaktische Leiterin der FALS, Dagmar Joseph. Die Hula-Hoop-Künstlerin Hoopelai hatte ihren Auftritt abgesagt, ihr war es zu gefährlich. Zum Abschluss spielte die Kotten Klub Big Band der Musikschule auf der Bühne am Kirchplatz.

Die "Soirée francaise" am Freitagabend durfte sich noch über beste Bedingungen freuen. "Es war eine super Stimmung mit französischem Flair und richtig voll", berichtet Joseph vom Auftritt von Kitschnette, Bängditos, Musette pour tous und dem Theater Gajes.

Der Samstag hatte mit einem Konzert in der Walder Kirche begonnen. Es spielten das Jugendstreichorchester der städtischen Musikschule, das FALS-Schulorchester, der FALS-Chor Voices und die FALS Sax Society.

Quelle: RP
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