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Solingen
Junge Kunst - frisch aus den Akademien

Solingen. Gestern wurde in der Galerie Gecko in den Güterhallen der zweite Teil der diesjährigen Auflage der Ausstellungsreihe "Junge Kunst in NRW" eröffnet. Für Klaus Gehrmann ist die Präsentation auch eine Art "Trendbericht" der Kunst. Von Michael Tesch

Zwei Termine im Jahr sind für Klaus Gehrmann von ganz besonderer Bedeutung. Es sind die Rundgänge an den Kunstakademien von Düsseldorf und Münster jeweils im Februar, an denen sich die Studenten in ihren Klassen der Öffentlichkeit präsentieren. "Mittlerweile kennt man uns dort schon", erklärt der Galerist. Und natürlich hat es sich auch rundgesprochen, dass Gehrmann auf beiden Rundgängen nach Künstlern Ausschau hält - die er dann in seiner Ausstellungsreihe "Junge Kunst NRW" in seiner Galerie in den Güterhallen vorstellt.

Sechs Ausstellungen hat es in den vergangenen sieben Jahren bei Gecko gegeben. "In einem Jahr haben wir ausgesetzt. Da hatten wir bei beiden Rundgängen nichts entdeckt, was wir gerne gezeigt hätten", nennt der Galerist auch den Grund für die Pause. Doch in diesem Jahr lief es genau anders herum. Gehrmann entdeckte in Düsseldorf und Münster "zu viele Künstler". Nach seinen Besuchen hatte der Galerist zwölf Namen auf seiner Liste stehen. "So viele können wir aus Platzgründen ja gar nicht in unseren Räumen zeigen", erzählt der Galerist. Also machte Gehrmann bei der Vorstellung der neuen Auflage "Junge Kunst NRW" im April auch die Ankündigung, dass es diesmal einen zweiten Teil geben würde. Fünf Künstler hatte Gehrmann im Frühjahr als Teil "6.1" vorgestellt, vier weitere sind jetzt in Teil "6.2" zu entdecken, der gestern Abend im Südpark eröffnet wurde. Trotz erneut extrem unterschiedlicher künstlerischer Positionen gibt es aber ein verbindendes Element der beiden Ausstellungs-Teile. Es sind die Bilder von Anja Koal, einer Meisterschülerin von Prof. Siegfried Anzinger (Akademie Düsseldorf). "Wir haben zwei neue Bilder bei ihr im Atelier entdeckt, die wir unbedingt zeigen wollten", erzählt Gehrmann. Auch, weil diese neuen gestisch angelegten, Gegenständlichkeit und Abstraktion miteinander verbindenden Werke hervorragend in die neue Ausstellung passen, die überwiegend abstrakte Positionen versammelt. "Von Konstruktivismus bis Op Art beziehen sich die Künstler in ihren Bildern auch auf historische Avantgarden", versteht Gehrmann den zweiten Teil der Reihe auch als eine Art "Trendbericht".

Zudem achtet der Solinger Galerist erneut darauf, dass seine Auswahl den internationalen Aspekt der Akademien widerspiegelt. "Aus der ganzen Welt kommen ja junge Menschen, um hier zu studieren", weiß Gehrmann, der mit Chiemi Nakagawa und Mina Takagi zwei Künstlerinnen aus Japan zeigt. Besonders die großformatigen luftig-lichten Farbkompositionen von Nakagaw zählen dann auch zu den herausragenden Exponaten der Ausstellung, die bis zum 9. August bei Gecko zu sehen ist. Nakagawa sorgt zudem für den Solingen Bezug in der Schau. Studiert die Malerin doch in Münster seit 2009 in der Klasse des Bergischen Kunstpreisträgers Prof. Cornelius Völker.

Quelle: RP
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