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Solingen
Käufer gesucht für Grossmann-Stahlguss

Solingen: Käufer gesucht für Grossmann-Stahlguss
Hochwertige Gussteile insbesondere für die Mining-Industrie stellt Grossmann an der Wittkuller Straße in Wald her. FOTO: Martin Kempner (Archiv)
Solingen. Für das in der Insolvenz befindliche Walder Traditionsunternehmen gibt es momentan keine Planungssicherheit. Von Uwe Vetter

Aufträge liegen vor, allerdings nicht in der Größenordnung und mit der Reichweite, dass die Grossmann Stahlguss GmbH damit auf lange Sicht überleben kann. "Wir haben zurzeit keine Planungssicherheit", sagt Rechtsanwalt Dr. Marc d' Avoine. Er ist am 22. Januar vom zuständigen Amtsgericht Wuppertal zum vorläufigen Insolvenzverwalter bei dem Solinger Traditionsunternehmen eingesetzt worden.

Die Stahlgießerei an der Wittkuller Straße in Wald ist nach den Worten von Marc d'Avoine technisch hervorragend aufgestellt. "Aber das Unternehmen befindet sich in einem extrem schlechten Marktumfeld", so der Insolvenzverwalter. Im Hauptkundenbereich von Grossmann, der Mining-Industrie, würden die unter anderem im Tagebau beschäftigten Unternehmen weltweit kaum noch neue Zubehörteile beziehungsweise Gussteile für Fahrzeuge, Maschinen und Geräte ordern - auch nicht von Grossmann. "Wir sind mit den Hauptkunden fast täglich im Gespräch", versichert der Insolvenzverwalter, "und die wollen auch weiter mit Grossmann zusammenarbeiten, weil die Qualität und die Performance des Unternehmens stimmen."

Diese Absichtserklärungen helfen dem in der Insolvenz befindlichen Solinger Traditionsunternehmen zunächst aber nicht weiter. Von daher ist es das Ziel von Marc d' Avoine und seinem Team, noch vor Ostern eine Entscheidung zu erreichen. "Der Verkauf des Unternehmens und der maximale Erhalt an Arbeitsplätzen - das ist unsere Zielsetzung", sagt der Rechtsanwalt im Gespräch mit unserer Redaktion.

Interessenten für eine Übernahme von Grossmann Stahlguss seien da. Nun müsse man abwarten, was die möglichen Verkaufsgespräche bringen.

Im Januar zählte Grossmann noch rund 110 Mitarbeiter. Über das Insolvenzausfallgeld sind die Gehälter bis Ende März zunächst gesichert. "Wir bemühen uns, den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten", sagt Marc d' Avoine. Er hat als vorläufiger Insolvenzverwalter sofort nach der Einsetzung durch das Amtsgericht Wuppertal bei Grossmann die Arbeit aufgenommen und den Kunden auch bestätigt, dass laufende Aufträge mit der gewohnten Präzision, Art und Qualität bearbeitet und ausgeliefert werden.

Grossmann Stahlguss hat in den vergangenen Monaten ein Auf und Ab wegen des schwierigen Marktumfeldes erlebt. Ende 2014 geriet das Unternehmen mit damals etwa 180 Mitarbeitern bereits in die Insolvenz. Bei dem sogenannten Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung konnte bis zum Sommer vergangenen Jahres zwar eine Lösung auch mit Hilfe der Mitarbeiter erzielt werden, doch nun ist Grossmann erneut in einer existenziellen Krise.

Quelle: RP
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