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Solingen
Kantinentheater steht vor einer ungewissen Zukunft

Solingen: Kantinentheater steht vor einer ungewissen Zukunft
Heidi Theunissen sorgt sich um ihr Kantinentheater. FOTO: Kantinentheater
Solingen. An jeweils zwei Wochenenden verwandelte sich in den vergangenen fünf Jahren die Kantine der Firma C. Grossmann in ein romantisches Märchentheater. Durch die Insolvenz des Stahlguss-Unternehmens steht aber auch die Zukunft des beliebten Theaters auf der Kippe. Die Solinger Autorin Heidi Theunissen ist die Prinzipalin der Theatergesellschaft, sie hat immer wieder Bühnenfassungen beliebter Märchen verfasst, in diesem Jahr soll das Märchen von "Zwerg Nase" aufgeführt werden. "Allerdings wissen wir nicht, ob wir im Herbst noch spielen können", erzählt Theunissen. Von Wolfgang Günther

Die Autorin hat nicht nur Märchen verfasst, ihre Mundartstücke werden auf vielen Laienbühnen in Deutschland aufgeführt, ihre historischen Stücke behandeln die Geschichte der Klingenstadt, ihre Hörspiele wurden im WDR gesendet. "Aber mein Kantinentheater liegt mir besonders am Herzen, das ist eine verschworene Gemeinschaft von theaterbegeisterten Kindern und Erwachsenen."

Mit dem Stahlguss-Betrieb liegt nun auch das Bestehen des Kantinentheaters in den Händen des Insolvenzverwalters. "Man hat uns gesagt, wir könnten im Mai mit den ersten Proben beginnen", erläutert Theunissen. Daher treffen sich am 24. Mai alle jungen und erwachsenen Darsteller zur ersten Probe für "Zwerg Nase". Im Juni soll sich die weitere Zukunft von Grossmann klären, entweder findet sich kurzfristig noch ein Käufer, oder der Betrieb an der Wittkuller Straße wird endgültig geschlossen. "Die Geschäftsleitung hat uns immer sehr unterstützt, wir hatten in der kostenlos zur Verfügung gestellten Kantine ideale Bedingungen", berichtet die Theaterleiterin. Dort lagern die Kulissen, auch der Kostümfundus ist hier untergebracht. Die Schließung des Theaters wäre ein Schlag für die Kultur in der Klingenstadt, alle Aufführungen waren bisher ausverkauft, nicht nur die Kinder waren begeistert, auch den erwachsenen Besuchern machten die einfallsreichen Inszenierungen immer großen Spaß.

"Ich habe mich bereits auf die Suche nach einer alternativen Spielmöglichkeit gemacht, aber ein Umzug würde auch einen kompletten Neuaufbau bedeuten". Heidi Theunissen schwebt eine ideale Lösung vor: "Es gibt doch Liebhaber des Theaters, ich möchte gerne meine Arbeit in andere Hände legen, der umfangreiche Fundus steht zur Verfügung, ich kann ein fertiges Theater übergeben, und würde die neue Leitung sehr unterstützen".

Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt stehen erst einmal für die etwa 20 Mitwirkenden im Mai die Proben für das Märchen von "Zwerg Nase" an. "Mindestens noch einmal möchten wir auf der Bühne der Grossmann-Kantine spielen, ich hoffe, dass uns dies gelingt, auch wenn es einen Abschied bedeutet", wünscht sich Theunissen. Wenn es klappt, wird an den Wochenenden 29. und 30. Oktober sowie 5. und 6. November gespielt.

Quelle: RP
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