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Solingen
Katholiken auf Tour nach Lettland

Solingen. Heute brechen sieben Solinger aus der Pfarreiengemeinschaft Mitte/Nord auf zu den Partnergemeinden in Riga und Livberze. Den Kontakt in das kleine baltische Land stellte Gemeindereferent Konrad Meyer her. Von Benjamin Dresen

Es ist immer ein kleines Abenteuer für die Katholiken der Pfarreiengemeinschaft Mitte/Nord. Gut 30 Stunden Fahrt liegen vor ihnen, wenn sie sich heute auf den Weg durch Deutschland, Polen und Litauen nach Lettland machen.

"Das ist jedes Mal ein Ritt. Aber es ist schön, gemeinsam unterwegs zu sein", sagt Gemeindereferent Konrad Meyer. Die siebenköpfige Delegation besucht dort zum vierten Mal katholische Partnergemeinden in der Hauptstadt Riga und in Livberze und bleibt gut eine Woche.

Von den zwei Kleinbussen, die heute auf die Reise gehen, ist einer vollgepackt mit Spenden für die Partnergemeinden. Die Dominikanerinnen von Bethanien in der Großstadt Riga brauchen für Bedürftige vor allem warme Kleidung und Bettwäsche.

Auch sieben Gitarren für Musikunterricht sind dabei, fünf davon spendete die Musikschule. "Haribo und Kaffee sind als Gastgeschenke immer gerngesehen", weiß Konrad Meyer. Die Spenden sind aber nicht entscheidend: "Das Wesentliche ist, den Menschen dort zu begegnen. Man kommt immer sofort ins Gespräch."

Die Verständigung klappt gut: "Die Letten sind ziemliche Sprachtalente, die meisten sprechen Englisch", berichtet Konrad Meyer. Deutsch sprechen zudem die Dominikanerinnen als Ordenssprache und auch Missionarin Inga Parova in Livberze.

Die Verbindung in das kleine baltische Land hat Gemeindereferent Meyer hergestellt. Er lebte vor seiner Anstellung in Solingen von 2011 bis 2012 in Riga in der Gemeinde der Dominikanerinnen von Bethanien. Meyer arbeitete dort im Auftrag des Bonifatiuswerkes, das christliche Minderheiten unterstützt. "In diesem Jahr haben sich viele Kontakt ergeben", sagt Meyer. 2014 vermittelte er den Solinger Pfadfindern ihr zweiwöchiges Sommerlager in Lettland.

Ein anderer dieser Kontakte ist der zu Inga Parova. Die ausgebildete Lehrerin und Missionarin macht im kleinen Ort Livberze die Arbeit, die in Deutschland ein Gemeindereferent übernehmen würde: Jugendarbeit, Kirchenmusik, Beerdigungen. Geld bekommt sie dafür kaum, denn eine Kirchensteuer gibt es in Lettland nicht.

"Die Kirchen finanzieren sich über Spenden und Unterstützung aus dem Ausland", berichtet Konrad Meyer. Zudem sind die Katholiken in Lettland eine Minderheit, denn sie machen nur weniger als 20 Prozent der Bevölkerung aus.

Die Solinger Katholiken wollen helfen. Bis zum nächsten Jahr wollen die Pfarreien in Mitte/Nord 20.000 Euro sammeln, um in Livberze den Bau eines Gemeindehauses zu unterstützen. Bislang sind 11.000 Euro zusammengekommen. Für das nächste Jahr ist ein erster Gegenbesuch der lettischen Freunde fest eingeplant.

Infos zum Spendenkonto LivberzePfarrbüro St. Engelbert, Tel.: 202472

Quelle: RP
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