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Solingen
Katzenbesitzer in Angst

Solingen: Katzenbesitzer in Angst
Schüsse am Wald – David Grobbe und Karin Volz sind zutiefst besorgt über die Vorfälle in Höhscheid und fürchten um das Leben der Katzen im Umfeld. FOTO: Anja Tinter
Solingen. Unbekannte schießen in einem Waldstück in Höhscheid auf Katzen. Einige Tiere erlitten Verstümmelungen, ein Tierbesitzer fand seine Katze tot und gehäutet in der Nähe einer Siedlung. Die Kripo ermittelt. "Jäger tun so was nicht," heißt es aus der Jägerschaft. Von Alexander Riedel

Ein erschütternder Anblick bot sich David Grobbe: Seine Katze Lilly lag erschossen und gehäutet am Waldrand. Zwei Tage lang hatte der 32-jährige Industriemechaniker nach der Katze gesucht, ehe er den Fund in der Nähe der Lacher Straße machte. Dieses Erlebnis ist für die Bewohner der Siedlung am Johänntgesbrucher Weg kein Einzelfall: "2003 und 2007 sind schon Katzen verschwunden", sagt Karin Volz. Die 70-Jährige kümmert sich gern um Freigänger auf vier Pfoten.

"Die Katzen der Nachbarschaft kommen immer wieder auch zu mir", erzählt Volz, die sich im Seniorenbeirat der Stadt engagiert. Zu ihren Besuchern gehören auch David Grobbes Kater Max und die Katze Lou. Beide erlitten schwere Schussverletzungen mit Schrot und verloren jeweils ein Vorderbein. Die Bewohner der Siedlung vermuten Jäger hinter den Schützen. In der Nähe des Johänntgesbrucher Weges gibt es einen Hochstand. Mehrfach habe er aus dem Gelände der Jagdpacht Schüsse gehört, erzählt David Grobbe. Einer Nachbarin habe man bereits durch die Fensterscheibe geschossen, berichtet Karin Volz. Sie nahm Kontakt mit dem Besitzer des Jagdreviers und der Kreisjägerschaft auf.

Das Gesetz gestattet Jägern, Katzen, die sich mehr als 200 Meter von einem Haus entfernen, zu erschießen, weil sie als wildernde Tiere eine Gefahr für Niederwild, wie Hasen darstellen. "Aber ein vernünftiger Jäger tut so etwas nicht", betont Ernst-Friedrich Honscheid von der Unteren Landschaftsbehörde. Üblicherweise versuchten Jäger, den Besitzer der Katze herauszubekommen, betont er. David Grobbe fand Lillys Kadaver allerdings weniger als 200 Meter vom Wohngebiet entfernt. Er erstattete Anzeige gegen unbekannt. Die Kriminalpolizei ermittelt. Neue Erkenntnisse gebe es aber noch nicht, betonte Oberstaatsanwalt Tilman Baumert.

Für Thomas Lambracht, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft, ist der Täter kein Jäger, sondern schlicht ein "Katzenhasser." Er verweist darauf, dass angehende Jäger nach ihrer halbjährigen Ausbildung eine umfangreiche Prüfung ablegen und zudem ein "sauberes" polizeiliches Führungszeugnis vorweisen müssen. Dass "Lilly" in der Nähe eines Hochstandes gefunden wurde, sei ohnehin wenig aussagekräftig: "Hochstände haben wir doch in der Umgebung überall." Natürlich spreche man in Jägerkreisen über die Vorfälle", sagt Lambracht und beklagt: "Die Jägerschaft wird durch solche Vorkommnisse immer wieder in ein falsches Licht gerückt."

Quelle: RP
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