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Solingen
Kein Internet ersetzt diese Messe

Solingen: Kein Internet ersetzt diese Messe
Forum Beruf im Theater: Am Stand der Elektroinnung mußten die Besucher Aufgaben lösen. Obermeister Uwe Luchtenberg (l.) und Lehrlingswart Jochen Kesper (r.) halfen dabei. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Gestern startete das neunte Forum Beruf im Stadttheater. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 4000 Besuchern. Von Benjamin Dresen

Das Forum Beruf ist ein Erfolgsmodell - so sieht es jedenfalls Schuldezernentin Dagmar Becker, die gestern Nachmittag die diesjährige Ausbildungsbörse eröffnete. Schließlich sei die Zahl der Aussteller um 20 Prozent gestiegen, was das große Interesse der Unternehmen an den jugendlichen Schulabgängern belege. In der Tat: Im Vergleich zum Vorjahr zählten die Veranstalter aus Schulverwaltung, Agentur für Arbeit, Kommunalem Jobcenter und Wirtschaftsjunioren einen Anstieg von 73 auf nun 85 Aussteller. Die Veranstalter rechnen laut Dagmar Becker mit 4000 interessierten Besuchern.

An den Ständen der Aussteller trafen Schulabgänger auf Ausbildungsleiter und Azubis der Unternehmen, um Kontakte zu knüpfen und Vorstellung und Realität abzugleichen. Roland Matzdorf, Abteilungsleiter im NRW-Arbeitsministerium, betonte in seinem Grußwort zur Eröffnung das Interesse der Wirtschaft: "Es gibt ein großes Interesse der Firmen an zukünftigen Fachkräften." Denn in vielen Unternehmen werden in den kommenden Jahren Arbeitsplätze neu zu besetzen sein, weil Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. "Mit Schulabschluss und Ausbildung können wir gute Zukunftsperspektiven bieten", so Matzdorf.

Mit Blick auf die Zukunft solcher Veranstaltungen ist er optimistisch: "Solche Messen sind nicht durch Digitalisierung ersetzbar." Schließlich seien die Gespräche und Informationen an den Ständen wichtig, in denen Lehrlinge und Auszubildende glaubwürdig aus dem Berufsleben berichten können. Und zuletzt liege der Wert einer solchen Ausbildungsmesse darin, die Vielfalt der möglichen Berufe aufzuzeigen. "Es gibt 328 Ausbildungsberufe, aber viele kennen vielleicht nur zehn", erinnerte Matzdorf.

Die Besucher nutzten gleich zu Beginn die Informationsmöglichkeiten. Laura Lord war mit ihrer Mutter Katharine auf der Suche nach einem Praktikumsplatz. Die Schülerin möchte 2018 eine Ausbildung im Bereich Verwaltung oder Büro beginnen, davor aber im nächsten Jahr erst mal ein Praktikum in diesem Berufsfeld absolvieren. "Wir haben schon einige Ansprechpartner gefunden", freuen sie sich. Annemarie Lenz, Till Schott und Nikola Vedder schauten, wo es nach dem Abitur im nächsten Jahr hingehen könnte. Annemarie Lenz hat konkrete Vorstellungen, sie ist auf der Suche nach einem Dualen Studium mit Richtung Marketing und Management. "Ich bin nicht so wirklich fündig geworden", berichtet sie. Besser lief es bei Till Schott: Er sucht einen Praktikumsplatz in der Krankenpflege - denn der ist Voraussetzung für die Ausbildung, die er dort im nächsten Jahr beginnen will. Das Städtische Klinikum signalisierte, dass es dort klappen könnte.

Die 85 Aussteller, die sich auf beiden Etagen des Theater und Konzerthauses mit ihren Ständen präsentierten, decken in mehrerer Hinsicht eine große Vielfalt ab. Sie bieten Ausbildungsplätze für Absolventen vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Laut Michael Backendorf, der als Mitarbeiter der Schulverwaltung zum Organisationsteam gehört, reiche die Größe der Firmen vom lokalen Unternehmen bis zu großen Konzernen wie Bayern und Obi. Auch acht Handwerksinnungen waren vor Ort. Als besondere Aktion der städtischen Stabsstelle für Flüchtlingsfragen besuchten auch 30 als "ausbildungsfähig" eingeschätzte Flüchtlinge das Forum Beruf, berichtet Michael Backendorf.

Quelle: RP
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