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Solingen
Kinder beschenken Flüchtlingskinder

Solingen: Kinder beschenken Flüchtlingskinder
Freuen sich über die große Resonanz auf die Weihnachts-Aktion "Kinder beschenken Kinder": Hans-Georg Wenke von der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums, Dolmetscherin Soraya Touati und Pfarrerin Jutta Degen (v.l.). FOTO: Martin Kempner
Solingen. Auch heute können noch Spielzeug-Spenden in der Stadtkirche am Fronhof abgegeben werden. Von Maxine Herder

Das Geschenk ist liebevoll zusammengestellt: Die angespitzten Buntstifte sind an das Malbuch gebunden, zwei Teddybären und süße Lollies daran ebenso befestigt wie ein wärmender Pullover. Es ist eines von vielen ganz besonderen Präsenten, die am heutigen Samstag im Rahmen der Aktion "Kinder beschenken Kinder" in der Stadtkirche übergeben werden: Von 14 bis 16 Uhr erhalten dort Kinder aus drei Solinger Flüchtlingsunterkünften Geschenke, die nicht neu gekauft, sondern von Solinger Kindern gespendet wurden.

"Der Grundgedanke war, dass es hier so viel Reichtum und so viel Armut gleichzeitig gibt", sagt Hans-Georg Wenke von der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums, die die Aktion gemeinsam mit der Evangelischen Stadtkirche und der Bezirksvertretung Mitte initiiert hat. "Wir möchten Kindern, die in der Seele verletzt und traumatisiert sind, etwas geben, woran sie sich festhalten können, sei das eine Puppe oder ein Teddybär oder etwas anderes, für uns ganz Banales", so Wenke weiter, der die Idee zu der Aktion gemeinsam mit Pfarrerin Jutta Degen und Bezirksbürgermeister Richard Schmidt entwickelt hat.

Es ist eine Idee, von der nicht nur die Flüchtlingskinder profitieren sollen: "Die andere Seite ist, dass unsere Kinder sehen, dass sie etwas abgeben und damit Kindern, denen es nicht so gut geht, eine Freude machen", so Jutta Degen.

Auch die Veranstaltung heute soll viel mehr sein als ein großer Geschenkebasar: 20 Kinder aus dem Kindergarten der Gemeinde und einige Konfirmanden werden ebenfalls dort sein, um die Flüchtlingskinder willkommen zu heißen, auf sie zuzugehen, mit ihnen zu spielen. "Dafür werden wir in der Kirche verschiedene Spiel-Inseln aufbauen", so Pfarrerin Degen. Für die Flüchtlingskinder, betont Bezirksbürgermeister Richard Schmidt, sei es wichtig, so auch einmal dem Einerlei in den Unterkünften zu entkommen und zugleich etwas über hiesige Traditionen zu lernen. "Wenn wir die Aktion heute gut gestemmt bekommen, spricht natürlich auch nichts dagegen, Vergleichbares - auch unabhängig von Weihnachten - zu wiederholen. Es muss bei Weitem nicht bei einer einmaligen Sache bleiben", so Schmidt weiter.

Dabei steckt hinter der Aktion einiges an Vorbereitung: Neben der grundsätzlichen Organisation und der Werbung um Spenden bei Eltern und Kindern sind Jutta Degen, Hans-Georg Wenke, Richard Schmidt und die ehrenamtliche Dolmetscherin Soraya Touati in dieser Woche unter anderem in die drei Einrichtungen gefahren, um die Flüchtlingskinder und ihre Eltern persönlich einzuladen. Mit einem Bus, den die Kirchengemeinde bezahlt, werden die Familien heute in die Stadtkirche gebracht. "Wir würden uns freuen, wenn sich noch Spender für die Finanzierung des Busses finden würden", so Pfarrerin Degen. Ansonsten, sagt sie, sei die Spendenbereitschaft sehr groß gewesen: "Ich freue mich sehr, dass Kinder und Erwachsene so zeigen, dass wir die Flüchtlinge willkommen heißen und dass uns die Kinder am Herzen liegen."

Weitere Geschenke-Spenden können auch heute noch im Café Gloria an der Stadtkirche abgegeben sowie von 14 bis 16 Uhr persönlich überreicht werden. Spielzeuge, die übrig bleiben, werden in Flüchtlingsunterkünften verteilt.


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Quelle: RP