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Solingen
Kinder im Auto gut schützen

Solingen: Kinder im Auto gut schützen
Steffi Jordan testet einen Kindersitz für ihren 15 Monate alten Sohn Paul bei der Sicherheitsaktion auf dem Alten Markt. Motto: "Anschnallen mit Köpfchen". FOTO: Martin Kempner
Solingen. 26 Kinder wurden alleine in Solingen im vergangenen Jahr als Mitfahrer in einem Auto verletzt. Von Maxine Herder

Die Zahl ist alarmierend: 86 Kinder verunglückten 2014 im Bergischen Städtedreieck als Mitfahrer in einem Fahrzeug - dies sind mehr als ein Drittel aller Kinderunfälle. Allein in Solingen wurden im vergangenen Jahr 26 Kinder als Mitfahrer in Autos verletzt, unter anderem auch, weil sie nicht im Kindersitz saßen oder weil der Kindersitz falsch montiert war.

"Dabei kann man durch den Einbau eines Kindersitzes aktiv mithelfen, Kinder gut zu schützen", betont Dieter Moors, Verkehrssicherheitsberater des Bergischen Polizeipräsidiums. Um genau darauf aufmerksam zu machen, um Fragen zu beantworten und Eltern Unsicherheiten zu nehmen, informierte er jetzt unter der Überschrift "Anschnallen mit Köpfchen" gemeinsam mit Kollegen an einem Stand auf dem Alten Markt in der Solinger City.

Es ist gar nicht viel, was Eltern beachten müssen, die auf der Suche nach dem richtigen Kindersitz sind. Altersgerecht sollte er sein, sagt Dieter Moors, und einer der beiden geltenden Kindersitz-Normen - ECE-R44 (03 oder 04) beziehungsweise R129 (i-Size) - entsprechen, immer klar erkennbar durch eine am Sitz angebrachte Prüfplakette. Grundsätzlich brauchen alle Kinder bis zwölf Jahre oder 1,50 Meter Körpergröße einen Kindersitz.

"Eltern fragen gerne nach dem Testsieger", weiß der Polizist, "doch wir können nur empfehlen, den eigenen Testsieger zu finden, indem man Kind und Auto überprüft." In der Beratungsstelle im Polizeipräsidium in Wuppertal können sich Eltern genau dafür einen Termin machen: "Sie fahren mit ihrem Auto vor, bringen das Kind mit und werden bei uns entsprechend beraten." Dabei geht es nicht um bestimmte Marken, sondern vor allem darum, die persönlichen Anforderungen von Eltern und Kind, die räumlichen Möglichkeiten im Fahrzeug und die existierenden Kindersitz-Systeme miteinander abzugleichen.

Als Steffi Jordan einen Kindersitz für Söhnchen Paul (15 Monate) brauchte, ist sie mit Kind und Auto zu einem Baby-Fachgeschäft gefahren, in dem ähnlich gearbeitet wurde. "Ich hatte vorher bereits etliche Tests gelesen und mich über das Internet informiert", sagt Jordan.

Eltern seien heute sicherheitsbewusster, sagt Dieter Moors, viele fragten gezielt nach - und doch, das erlebe er immer wieder, fehle vielen die letzte Entschlossenheit. "Fehlbedienung ist ein großes Problem, ein anderes großes Problem ist jedoch, dass viele Eltern nicht konsequent sind." Schnell werde nach der Schule das Kind mal ohne Kindersitz mitgenommen, schnell mal dem Quengeln des 12-Jährigen nachgegeben, der sich längst viel zu alt für einen Kindersitz fühlt. Dabei können die Folgen eben dieser Inkonsequenz so schwer sein: Im schlimmsten Fall rutscht das Kind bei einem Unfall unter dem Gurt hindurch und trägt schwere Verletzungen davon. Doch auch wenn die Fahrt glimpflich ausgeht, können Eltern belangt werden: 60 Euro Bußgeld werden bei einem Kind ohne entsprechenden Sitz fällig, 70 Euro bei mehreren, zudem gibt es einen Punkt.

Verkehrsunfallprävention Polizeipräsidium Wuppertal, Tel. 0202-284 9525

Quelle: RP
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