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Solingen
Kinderhospiz soll ein Ort des Lebens sein

Solingen: Kinderhospiz soll ein Ort des Lebens sein
Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde das Kinderhospiz Burgholz seiner Bestimmung übergeben. FOTO: Kempner
Solingen. Nach jahrelanger Vorbereitung feierte das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz am Samstag seine Eröffnung - mit 2100 Gästen. Aus diesem Anlass wurde zu einem betont fröhlichen Fest eingeladen. Von Alexander Riedel

Grüne Luftballons wiesen den Besuchern den Weg. Und die strömten am Samstag in Scharen ins Waldstück am Wuppertaler Westrand: Rund 2100 Gäste feierten die Eröffnung des ersten Kinderhospizes im Bergischen Land - fünf Jahre, nachdem die Bethe-Stiftung, der Caritasverband Wuppertal/Solingen und die Wuppertaler Diakonie gemeinsam die Kinderhospiz-Stiftung gegründet hatten, um das ehrgeizige Projekt zu realisieren.

"Durch überwältigendes Engagement ist wahr geworden, was seit Jahren erhofft und ersehnt wurde", sagte Manfred Rekowski. Der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland feierte gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki einen ökumenischen Gottesdienst. Zuwendung, körperliche Pflege und seelischer Beistand über konfessionelle Grenzen hinweg, unabhängig von Herkunft, Diagnose oder dem Alter der sterbenskranken Kinder und Jugendlichen - das ist es, wofür das Hospiz stehen soll.

Rund 30 künftige Mitarbeiter führten die Gäste der Eröffnungsfeier - unter ihnen neben betroffenen Familien auch Mitarbeiter anderer sozialer Einrichtungen und viele Interessierte aus der ganzen Bevölkerung - durch die hellen, freundlich gestalteten Räume. "Das ist aber eine schöne Aussicht", schwärmten mehrere Besucher beim Blick ins bewaldete Tal. Grün ist auch im Inneren des Gebäudes die dominante Farbe, sei es an der Rezeption, im Kreativraum oder im lichtdurchfluteten Entspannungsbad. Der Bezug zum Wald findet sich auch auf dem Flur wieder: Eichenholzscheiben an der Wand dienen zur individuellen Gestaltung für alle Kinder, die sich im Hospiz aufhalten, und sollen auch über den Tod hinaus das Andenken an die zeitweiligen Bewohner der Einrichtung bewahren.

Die ersten acht Familien kommen in den Osterferien. In allen Fällen geht es darum, Eltern und Geschwister der erkrankten Kinder zu entlasten. 50 weitere Familien haben angefragt. "Außerdem stehen wir im engen Kontakt zu Kliniken, wenn es um kurzfristigen Bedarf geht", erklärte Kerstin Wülfing, Geschäftsführerin der Stiftung. Bis zu zehn Plätze soll es in Zukunft geben.

Livemusik auf der Bühne und ein Imbiss rundeten das Programm ab. Die Stimmung unter den Gästen war geradezu ausgelassen: Lachende Gesichter und Menschen, die Bekannte und Freunde grüßten, prägten das Bild. "Viele der betroffenen Familien kennen sich und haben lange auf diese Einrichtung gewartet", sagte Wülfing und betonte: "Das ist ein Ort, an dem natürlich geweint, aber auch gelacht werden wird." Dass das Hospiz seinen jungen Gästen auch im Angesicht des nahenden Todes noch glückliche Tage bescheren soll, bekräftigte auch Präses Manfred Rekowski in seiner Predigt: In diese landschaftliche Idylle wird Leben einziehen - Leben bis zuletzt.

Quelle: RP
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