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Solingen
Klinikum erwartet Patienten-Ansturm

Solingen. Ende Januar schließt die KV-Notfallpraxis in Hilden. Viele Kranke aus der Nachbarstadt dürften fortan ins Klinikum kommen. Die Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen. Von Martin Oberpriller

Patienten, die in Zukunft bei Notfällen ins Städtische Klinikum Solingen kommen, sollten demnächst erheblich mehr Zeit mitbringen. Denn in der Nachbarstadt Hilden wird die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein zum 31. Januar die dortige Notfallpraxis schließen - was nach Ansicht der Verantwortlichen im größten Solinger Krankenhaus ein deutlich größeres Patientenaufkommen nach sich ziehen wird.

Der Grund: Im Klinikum an der Gotenstraße gibt es ebenfalls eine mit niedergelassenen Ärzten besetzte KV-Notfallpraxis - und diese dürfte für Hildener Patienten fortan die erste Adresse bei akuten Beschwerden sein. Immerhin trennen die bisherige Notfallpraxis in der Nachbarstadt und das Solinger Klinikum in Gräfrath gerade einmal acht Kilometer, so dass zu erwarten steht, dass viele Hildener Kranke nicht - wie von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein empfohlen - nach Langenfeld, sondern zukünftig in die Klingenstadt ausweichen werden.

Im Klinikum sieht man die neue Entwicklung sprichwörtlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So bieten die zusätzlichen Patienten, die ab Februar kommen werden, zwar auf der einen Seite die Chance, sich als Krankenhaus in der Region weiter zu profilieren. Auf der anderen Seite ist aber bereits jetzt absehbar, dass es vor allem an den Solinger Notfallpraxis-Tagen - also mittwochs, freitags, an Wochenenden sowie an Feiertagen, wenn die normalen Hausarztpraxen geschlossen sind - in der Ambulanz an der Gotenstraße entschieden enger wird.

Dabei ist es dort schon heute bisweilen sehr voll. Denn die Notfallpraxis der KV, die organisatorisch nicht dem Krankenhaus zugeordnet ist, befindet sich in den Räumlichkeiten der Zentralen Notfallambulanz (ZNA) des Klinikums. Und in diese Einrichtung werden wiederum all jene Kranke eingeliefert, die nicht nur alltägliche Beschwerden haben, sondern an im Krankenhaus zu behandelnden Krankheiten leiden.

Eine Patientengruppe, die bereits seit Jahren stetig wächst. "Waren es 2010 beispielsweise rund 33.000 Menschen, die den ärztlichen Rat der ZNA suchten, so stieg diese Zahl im Jahr 2015 auf über 45.000 an", fasste eine Sprecherin des Klinikums Solingen gestern die Entwicklung der zurückliegenden Jahre zusammen. Wobei sich dieser Trend nach Einschätzung von Fachleuten in der kommenden Zeit fortsetzen wird. Denn schließlich werden die Menschen immer älter und leiden häufiger an Mehrfacherkrankungen.

Dementsprechend stellen sich die Mediziner, Schwestern und Pfleger der Zentralen Notfallambulanz unter Leitung von Chefarzt Dr. Patric Tralls ohnehin schon seit Längerem auf Mehrarbeit ein - was durch die jetzt beschlossene Schließung der KV-Notfallpraxis in Hilden noch zusätzlich an Aktualität gewinnen wird.

"Diese Schließung wird jedenfalls nicht ohne Konsequenzen für die Patienten bleiben", sagt Chefarzt Tralls, der aus diesem Grund gestern noch einmal gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen des Klinikums an die Kranken appellierte, sich schon im Vorfeld über die richtigen Anlaufstellen zu informieren.

So sind Beschwerden, die normalerweise vom Hausarzt behandelt werden, außerhalb der Praxiszeiten immer Fälle für die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung und die dortigen Kassenärzte (Telefon: 116117).

Patienten, die glauben, eine ernstere Krankheit zu haben, sollten sich wiederum an die Zentrale Notfallambulanz des Klinikums wenden (Telefon 547-0).

Und bei akuten beziehungsweise lebensbedrohlichen Krankheiten ist der Rettungsdienst verantwortlich, der unter der Notrufnummer 112 zu erreichen ist.

Quelle: RP
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