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Solingen
Klinikum will Personalkosten senken

Solingen. Wirtschaftlichkeit soll durch eine Reihe von Maßnahmen gesteigert werden. Von Martin Oberpriller

Auf die Mitarbeiter des Städtischen Klinikums kommen härtere Zeiten zu. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, hat der Aufsichtsrat des größten Solinger Krankenhauses jetzt weitreichende Umstrukturierungen beschlossen. So soll an etlichen Stellen eingespart werden - unter anderem auch bei den Angestellten.

Im Wirtschaftsplan 2016 ist vorgesehen, die Unterdeckung im Personalbereich von fünf Millionen Euro in diesem Jahr um 3,5 Millionen Euro zu senken. Aus diesem Grund gibt es eine zumindest teilweise Wiederbesetzungssperre. Gleichzeitig ist geplant, durch eine neue Organisation weniger Geld auszugeben.

Dies soll beispielsweise durch die Zusammenlegung von Stationen, aber auch durch ein stringenteres Management, etwa bei der Beschaffung sowie bei Operationen, erreicht werden. War es bislang so, dass OPs abgesagt werden mussten, wenn zu viele Betten auf der Intensivstation belegt waren, soll dies ab dem 1. Februar mittels einer größeren "Holding Area" vermieden werden.

Im Klartext: Patienten, die nach einer Operation intensiv beobachtet, aber nicht beatmet werden müssen, liegen nach den Eingriffen zukünftig in diesem Klinikum-Bereich, der fortan 24 Stunden offengehalten wird.

"In der Holding Area bauen wir sogar Personal auf", sagte Aufsichtsrat-Chef Hans-Joachim Müller-Stöver () gestern, der einräumte, den Mitarbeitern werde im Zuge des neuen Konzepts "durchaus einiges an Mehrbelastungen, zum Beispiel durch zusätzliche Nachtdienste" abverlangt. Gleichzeitig betonte Müller-Stöver aber auch, es werde keine Entlassungen geben - und die Umstrukturierungen erfolgten im Einvernehmen mit der Personalvertretung.

Zurzeit laufen noch entsprechende Umschulungen, wobei allerdings nicht allein Kosten eingespart, sondern ebenfalls Ergebnisse verbessert werden sollen. Und in diesem Zusammenhang steht wiederum eine Optimierung der Verweildauer von Patienten im Klinikum im Fokus. Ziel ist es, die Patienten lediglich so lange wie nötig im Krankenhaus zu behalten. Der Grund: Jeder Tag Abweichung - nach oben, aber auch nach unten - kann das Klinikum Geld kosten, weil die medizinischen Dienste der Krankenkassen ein genaues Auge auf die Verweildauer haben.

Deshalb will das Klinikum nun sein sogenanntes Entlassungsmanagement verbessern. Das bedeutet, dass der Aufenthalt eines Patienten möglichst schon ab dem ersten Tag genau geplant wird. "Um Härten bei einer Entlassung zu vermeiden, werden wir unter anderem mit den Solinger Altenheimen kooperieren", kündigte Aufsichtsrat-Chef Müller-Stöver an. Er zeigte sich optimistisch, dass die eingeleiteten Veränderungen positive Wirkungen zeigen. Müller-Stöver: "Das Klinikum hat es in der eigenen Hand, die Zukunft aktiv zu gestalten."

Quelle: RP
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