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Solingen
"KOMM Sport" sorgt für Bewegung

Solingen: "KOMM Sport" sorgt für Bewegung
So wie die achtjährige Nancy beim Balancieren im Barren sollen mehr Kinder den Spaß an der Bewegung entdecken und in einem der Solinger Sportvereine aktiv mitmachen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Mit Hilfe von Fördermitteln wollen Stadt und Sportbund noch mehr Schüler an körperliche Aktivitäten heranführen. Seit Jahren geben motorische Tests Aufschluss über einen möglichen Unterstützungsbedarf. Von Alexander Riedel

Mit einem weit verbreiteten Vorurteil räumt Peter Nolden, Berater für Schulsport in Solingen, auf: "Dass die sportlichen Fähigkeiten der Schüler ständig rapide schlechter werden, lässt sich nicht bestätigen." Rund zehn Prozent der Solinger Zweitklässler haben motorische Probleme und genauso viele ihrer Kollegen eine Affinität zum Spitzensport. Das geht aus dem sogenannten FoSS-Test ("FoSS" steht für Forschungszentrum für den Schulsport) hervor, denen sich die zweiten Klassen stets im Herbst unterziehen müssen. Auf diese Leistungserhebung im Grundschulalter folgt eine Empfehlung, entweder für die Anmeldung an einer Vielseitigkeits-AG der NRW-Sportschule in Wald, in einem Sportverein oder bei der Gruppe Kids Aktiv, in der Kinder mit besonderem Förderbedarf einmal pro Woche Grundlagen trainieren, Ängste abbauen und Freude an der Bewegung entwickeln sollen.

"Zum Programm gehören vereinfachte Formen verschiedener Sportarten, Fitnessparcours oder auch Vertrauensübungen", erklärt der ehemalige Lehrer Achim Böhm, der sich für Kids Aktiv engagiert. Diese Maßnahmen sollen Kindern den Einstieg in die regelmäßige sportliche Aktivität, im Optimalfall auf Vereinsebene bieten, "eine Schuhlöffel-Funktion" haben, wie Peter Nolden formuliert. Gebündelt sind sie im Programm "Solinger Jugend bewegt", das unter anderem die Solinger Stadt-Sparkasse fördert. Allerdings erreichten Stadt und Sportbund bislang nur einen Teil der in Frage kommenden Schüler.

Geändert hat sich das jedoch durch das Projekt "KOMM Sport", das zum Schuljahr 2015/16 in Solingen startete. Land und Sparkasse stellen dafür für ein Jahr jeweils 8000 Euro zur Verfügung. "Die Verzahnung mit den Grundschulen ist jetzt einfach besser", freut sich Nolden. 1300 Schüler pro Jahr können getestet und durch die kostenlosen Angebote auf den Eintritt in ein sportlich aktives Leben vorbereitet werden.

Auch zusätzliche Erhebungen, die sogar auf Stadtteilebene heruntergebrochen sind, wurden dadurch möglich. Und die könnten für die Stadt auch mit einem wichtigen Erkenntnisgewinn verbunden sein: So ergab der jüngste sportmotorische Test im vergangenen Herbst, dass etwa in Merscheid, wo mehr als die Hälfte der Einwohner in einem Verein organisiert sind, etwa jeder Zehnte Probleme bei der Koordination hat, während dieser Anteil in Ohligs und Mitte bei deutlich geringerem Organisationsgrad jedoch bis zu 27 Prozent erreicht. Eine Erklärung könnte die unterschiedliche Versorgung mit Sportstätten für die Bürger sein. Ob es tatsächlich einen direkten Zusammenhang gebe, lasse sich jedoch noch nicht mit letzter Sicherheit sagen, wiegelt Nolden ab. Nachholbedarf sieht er auch bei den Angeboten der Vereine im Breitensport: "Gerade im Alter der Zweitklässler gibt es noch ein großes Entwicklungspotenzial."

Quelle: RP
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