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Solingen
Konzert als Statement gegen den Rassismus

Solingen. In der Cobra war die Band "Schmutzki" der Hauptakt bei "Rock gegen Rassismus - Refugees welcome". Von Sandra Grünwald

In der Merscheider Cobra tobte am Samstagabend der voll besetzte Saal. Die drei Jungs von "Schmutzki" mischten das Publikum auf und brachten die Stimmung zum Überkochen - und das mit reichlich "Positive Brutality". Mit der jungen Punkrock-Band aus Stuttgart hatten die Veranstalter des Konzertes "Rock gegen Rassismus - Refugees welcome!" einen wahrhaft guten Fang gemacht.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 hat sich "Schmutzki" einen Namen in der Punkrock-Szene und darüber hinaus gemacht. Sie spielten unter anderem im August 2015 neben "Kraftclub" und "Bad Religion" als Vorband der "Toten Hosen" auf der Leipziger Festwiese vor über 70.000 Zuschauern.

So wundert es nicht, dass es auch in der Merscheider Cobra heiß zuging. Die Solinger Band "The Cuckoo" und "Emma's Dream" aus Leichlingen hatten als Vorgruppen bereits die Stimmung angeheizt und das Publikum ordentlich zum Rocken gebracht. "Ich bin absolut begeistert", schreit Colin Völker gegen die wummernden Beats an. "Das Konzert ist absolut super! Ich habe Schmutzki bisher noch nicht live gesehen, aber das ist echt ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst."

Lia Schumann ist vom wilden Herumhüpfen zu der lauten Musik schon völlig außer Atem. "Das ist echt die beste Möglichkeit, ein klares Statement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit abzugeben, weil man gleichzeitig noch riesen Spaß daran hat", meint die 21-Jährige. Es sei gerade nach dem Chaos um die Silvesternacht in Köln wichtiger denn je, klar Stellung für die Flüchtlinge zu beziehen. "Egal wie, egal wo", erklärt sie, "einfach immer."

Nicht zufällig fand das Konzert in der Cobra an einem 30. Januar statt. An diesem Samstag jährte sich Hitlers Machtübernahme zum 83. Mal. Ein guter Anlass also, einen Gegenpart zu setzen, fanden die Mitglieder der Solinger Gruppe der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten", kurz VVN-BdA, und das Team der Merscheider Cobra, die dieses Konzert gemeinsam auf die Beine gestellt hatten.

Der Erlös des Konzertes kommt denn auch einem entsprechenden Zweck zugute. Er geht an den Verein "Frauen helfen Frauen Solingen" und dessen Projekt, das traumatisierten Flüchtlingsfrauen hilft, die Opfer von Gewalt geworden sind.

Mit diesem Konzert "Rock gegen Rassismus - Refugees welcome!" setzte Solingen ein Zeichen der Willkommenskultur, das nicht überhört werden konnte. Denndie Bandmitglieder von "Schmutzki" ließen es nicht nur mit ihrem Song "Bäm!" so richtig krachen und riefen dabei auch ihr klares Statement von der Bühne - "natürlich gegen Nazis, versteht sich doch von selbst!"

Quelle: RP
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